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Feld

Versteckt im Kornfeld

Wie zwei Antennen ragten die Ohren aus dem Kornfeld. Sie drehten sich nach links, rechts, bis sie sich zurück nach vorne richteten. Dorthin, wo wir standen: zwei Menschen, zwei potenzielle Jäger. Wir gingen ein paar Schritte weiter. Der junge Rehbock entschied sich, den Sicherheitsabstand zu vergrößern und hüpfte tiefer ins Feld. Eine feine Welle lief durch die gelb-grauen Ähren, sonst blieb alles ruhig. Hätte ich ihn nicht vorher im Kornfeld verschwinden sehen, hätte ich nicht gewusst, dass er dort war…

An einem warmen Sommertag

Ob die von der Bundesregierung mit eiskaltem Vorsatz herbeigeführte Energieversorgungs- und Energiekostenkrise uns im Herbst und Winter mit voller Wucht trifft oder man in Berlin doch noch kalte Füße bekommt, sei dahingestellt. Unabhängig davon ist es immer sinnvoll, sich über Alternativen Gedanken zu machen – nicht nur zu dieser Art von Politik, sondern auch über alternative Wärmequellen. Aus der Glut geboren, für die Hitze gemacht Im Inneren unseres Planeten ist es höllenhaft heiß – vieles von dem, was wir an…

Eine ansonsten nicht weiter bemerkenswerte Insel

Platt wie ein Pfannekuchen liegt Fehmarn in der Ostsee – die Gletscher der letzten Eiszeit haben hier, anders als etwas weiter südlich auf dem ostholsteinischen Festland, keine Lehm- und Schutthügel zusammengeschoben, sondern sind wie eine Panierraupe darübergefahren. Allerdings nicht, ohne einen Riesenhaufen Geröll abzulegen. Der Boden ist außerordentlich fruchtbar. Das mag dazu beigetragen haben, dass es auf der ganzen Insel so gut wie keinen Wald mehr gibt. Abwechslungsreiche Küsten Dafür gibt es zahllose Windräder. Und es ist nicht immer ganz…

Heidesee

War hier nicht mal ein See?

Wenn Steine reden könnten … (Teil 4) … dann würden sie schweigend die Stille genießen. Denn die Steine, die einst Kinder ins kaffeebraune Wasser des Heidesees geworfen haben, liegen nun zu Füßen des harten Grases und dienen allenfalls Rehen als Stolpersteine. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, seitdem ich die ersten Fotos vom verlandeten See an der B 188 und dem dazugehörenden Lokal gemacht habe. Die Entwicklung schritt rasend schnell voran: Wer den Heidesee nie gesehen hat, erkennt seine ursprüngliche Form…

Irritierend irisierend

Opale, Perlen, manche Muschelschalen und auch Fische zeigen schillernde Regenbogenfarben. Anders als beim Regenbogen aber sind die Farben hier nicht als Spektralfarben fein säuberlich nebeneinander angeordnet, sondern gehen ineinander über, oft ins Pastellige verlaufend. Bei Perlen und Muscheln (oben im Bild übrigens so eine Art fossile Riesenschwertmuschel, mit dem Edding spielerisch erweitert ins Fischige) entsteht das Irisierende immer dann, wenn Organisches sich verfestigt und lebende Materie in unbelebte übergeht: Die Muschel produziert die durch ihr Farbspiel höchst lebendig wirkende Perle…

Die Kirche geht mit der Zeit

Dass man sich nicht mehr nur dem Heiligen Geist verbunden weiß, sondern aufs Innigste sich auch dem Zeitgeist andient, stellt die Kirche täglich unter Beweis. Hier im altehrwürdigen Dom zu Xanten ist neben dem historischen steinernen Weihwasserbecken (rechts) ein moderner Weihwasserspender unserer Tage (links) zu sehen. Auch Kulte wandeln sich. Doch der Drang, sich gegen das Böse zu wappnen, bleibt bestehen. An die Stelle der Dämonen früher Zeiten sind nun Krankheitserreger getreten. Desinfektion ersetzt das Gebet. Foto: Lutz Meyer

Die Witterung macht den Effekt

Bei einem Besuch im Grünwerkstätten Gartencafé fiel mein Blick auf zwei Bretter – vor längerer Zeit offensichtlich mit wenig wetterresistenter Farbe bemalt, haben Hitze, Kälte, Regen und Wind die beiden Holzstücke nunmehr zu etwas sehr Organischem weitentwickelt. Die Witterung führt zur Verwitterung - und aus dieser entsteht etwas Neues. Ob die bemalten Bretter überhaupt je als Kunstwerk gedacht waren? Unter dem Einfluss der Witterung ist jedenfalls etwas entstanden, was so manche als Kunst gedachte menschliche Hervorbringung weit in den Schatten…

Kalksteinbruch bei Rheine

Nicht jeder alte Steinbruch hat ein so hinreißend schroff-unheimliches Gepräge wie der renaturierte Diabas-Steinbruch von Wolfshagen. Der ehemalige Kalksteinbruch bei Rheine wirkt in seiner terrassenartigen Abstufung fasst anmutig. Schön auch das bei hohem Sonnenstand türkisfarben schimmernde Wasser. Wie gern wäre ich an diesem heißen Sommermorgen in die kühlen Fluten eingetaucht. Doch leider täuscht der Eindruck: Was hier so einladend frisch aussieht und landschaftlich an manche Karl May-Filme aus den 1960er Jahren erinnert, ist dem Publikumsverkehr leider verschlossen. Zwar führt ein…

Vorratswirtschaft

Derzeit steht bei uns Steinobst hoch im Kurs: Aprikosen und Pfirsiche, die wir zu schmackhaften Marmeladen verarbeiten. Erdbeeren haben wir bereits hinter uns, und bald kommen dann die Brombeeren an die Reihe. Warum machen wir das? An den Kosten kann es nicht liegen, denn wir haben weder Erdbeeren noch Pfirsiche oder Aprikosen gratis auf dem Grundstück wachsen, nur die Brombeeren wachsen uns sozusagen in den Mund. Veranschlagt man überdies die benötigte Zeit und den Stromverbrauch, wäre Zugekauftes aus dem Supermarkt…

Froschperspektiven

Heute in der Früh begegnete mir auf einem steinigen Waldweg dieser Grasfrosch. Im Weitergehen dachte ich darüber nach, warum Frösche den Menschen wohl seit jeher als geheimnisumwitterte Wesen erscheinen. Im Märchen vom Froschkönig etwa. Oder auch in der Zuweisung meteorologischer Fähigkeiten insbesondere an den Laubfrosch. Dass Frösche wie auch Kröten uns wie Wesen aus einer anderen Welt vorkommen, liegt wohl an Merkwürdigkeiten ihrer Lebensweise: Ebenso plötzlich wie sie aus dem Wasser auftauchen, verschwinden sie wieder in ihm. Sie können sich…