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Sturm zieht auf: Tugend, Tat und Terror mit Ökosiegel

Es war einer jener sonderbaren Augenblicke der an Absonderlichkeiten nicht eben armen Menschheitsgeschichte, als der Mensch plötzlich sein Herz für die Natur entdeckte und sich zu ihrem Anwalt und Interessenvertreter aufschwang. Er tat dies, nachdem er selbst Jahrhunderttausende ein Opfer der Natur gewesen war – ihr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, immer in Gefahr, einem wilden Tier, Pestilenzen aller Art, einem reißenden Strom oder schlicht den Launen des Wetters zum Opfer zu fallen. Doch dann hatte sich die Sache gedreht.…

Ins Gras beißen

Die schlichter gestrickten unter den Vegetarieren und Veganern glauben tatsächlich, den Stein der Weisen gefunden zu haben: Einfach Weidefläche in Anbaufläche umwandeln und schon klappt das mit der Welternährung – ganz ohne Tiere, ganz ohne durch rülpsende und furzende Viecher freigesetztes Methan, ganz ohne  Klimawandel und mit ganz viel gesunden Feldfrüchten für alle.

Der Glückspilz. Oder: Das wahre Fest der Liebe.

Normalerweise schätzt zur Pilzsaison sich glücklich, wer Steinpilze oder andere erlesene Speisepilze findet. Doch als eigentliche Verkörperung des Glücks gilt der Fliegenpilz. Als sprichwörtlicher Glückspilz neben dem vierblättrigen Kleeblatt, dem Hufeisen, dem Glücksschwein und dem Schornsteinfeger ist er eines der traditionsreichsten Glückssymbole unserer Breiten. Woher das kommt?

Steingesicht

An einem Tag, als mir wenig nach Lachen zu mute war, begegnete mir ein Schmunzelstein. Er war weiß, klein, trug eine Mütze und ein etwas schiefes Gesicht mit roten Bäckchen. Der bemalte Kieselstein steckte zusammen mit einer Geschichte in einem kleinen Nylonsäckchen. Es war die „Legende der Schmunzelsteine“. Grob zusammengefasst geht es darum, dass ein Volk kleiner, fröhlicher Leute den Brauch pflegte, mit lachenden Gesichtern bemalte Steine zu verschenken. Jeder sammelte, bemalte die Fundstücke und verschenkte sie mit Freuden weiter.…

Hol Stein? Besser nicht in Holstein!

Was die wenigsten Geschiebesammler wissen: Das Wassergesetz des Landes Schleswig-Holstein untersagt (§ 78 Absatz 1) dem Strandbesucher doch glatt die Mitnahme von Steinen (im Wortlaut: von "Sand, Kies, Geröll, Steinen"). Zumal an Steilküsten, wo vor allem die dicken Dinger aber auch das zu Kiesbänken angehäufte Geröll als Wellenbrecher den heranbrausenden Wogen die Kraft nehmen und so die Steilküsten schützen sollen. Hinzu kommt, dass Steilufer Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiete sind, wo die Entfernung von Steinen aus Gründen des Biotopschutzes verboten ist. In…

Steilküste Nienhagen

Steine im Weg

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. Johann Wolfgang von Goethe. Wie nett, dachte ich, als der Spruch in meiner Facebook-Timeline angezeigt wurde. Die Weisheit dahinter ist so simpel und doch trifft sie mitten ins Herz. Ich wollte ein bisschen mehr über ihn wissen. In welchem von seinen Werken hat Goethe ihn verwendet? Oder taucht er in einem von seinen Briefen auf? Statt Antworten zu bekommen, hatte ich schon nach wenigen Minuten Recherche…

Kleines Loblied der Mauer

Mauern, Wälle, Zäune, Grenzen jeder Art haben heute eine schlechte Presse. Sie stehen im Wege, hindern Menschen, dorthin zu gehen, wohin sie gern gehen möchten. Sie sind unmenschlich und müssen weg. Als Mauern in unseren Köpfen hindern sie uns am Denken. So jedenfalls meint der Zeitgeist. Wie blind von ihm. Denn Mauern und Grenzen sind wichtig. Überlebenswichtig. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft.

Elite auf der Couch

Carlo Strenger praktiziert als Psychoanalytiker. Viele seiner Klienten sind liberale Intellektuelle, zählen zur oberen Mittelschicht. Sie kümmern sich beileibe nicht nur um ihr eigenes Fortkommen, sondern haben den Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Mal mal Meer!

Wer malt heute noch Landschaften? Vielleicht der eine oder andere Sonntagsmaler, den es mit Staffelei, Leinwand, Pinsel und Farbkasten noch hinaus ins mehr oder minder Grüne drängt. Doch in der großen Kunst (groß sei hier ganz banausisch einmal definiert durch die Größe der Geldbeträge, die für ein Kunstwerk gezahlt werden), hat die Landschaft ihren Platz verloren. Ob für immer?