Skip to content
Variscit

Bild einer Meereslandschaft

Eine Bucht, gebildet aus grauem Gestein. Die Küste ragt wie ein Kap ins Meer hinaus. Das Meer zeigt eine blaugrüne Färbung, wie sie manchmal bei bestimmten Lichtverhältnissen über hellen Untergründen entsteht. Man sieht es bei grauem Himmel in der Karibik aber auch vor kreidehaltigen Küsten der Ostsee. Die Phantasie erbaut eine ganze Welt rund um diese Landzunge und diese Bucht – eine Erzählung entwickelt sich, vielleicht eine erheiternd-komische, vielleiht auch eine tragische. Diese Geschichte kann sich zu einem Fortsetzungsroman auswachsen…

Heckrinder in den Rieselfeldern

Herden, Horden, Trupps, Schwärme – und Rudel im Modus der Achtsamkeit

Mal allein, mal zu zweit: Ich bin gern in Münsters Rieselfeldern unterwegs. Freie Sicht, weiter Himmel, die Luft ist durch die vielen Wasserflächen frischer als an anderen Orten im Münsterland. Stimulierende Umgebung Ich werfe im Gehen immer einen Blick auf die grasenden Heckrinderherden, erfreue mich an den Wildgänsetrupps und Schwärmen sonstiger Vögel. Nase, Augen, Ohren nehmen diese Welt auf. Der Duft nach Heu, wenn die Wiesen gemäht sind, Blütendüfte, Wassergerüche, leicht modrig manchmal, Fruchtiges im Spätsommer und Frühherbst von den…

Inseln der Laster und Lüste

Inseln üben auf viele Menschen eine besondere Anziehung aus. Oft einsam gelegen, versprechen Inseln nicht nur Ruhe und Kontemplation, sondern sind auch den neugierigen Blicken der Öffentlichkeit entzogen. Dabei muss es sich noch nicht einmal um echte Inseln handeln – die relative Abgeschiedenheit reicht. Ein antikes Beispiel ist Baiae nahe Neapel. Dort trieb die römische Elite Dinge, die in Rom zu treiben selbst sie sich nicht getraut hätte. Zu groß wäre die öffentliche Empörung gewesen, zu markant die Kluft zwischen…

Die Tugendtrompeten

Virtue signalling – zu deutsch in etwa das vorauseilende öffentliche Bekunden moralischer Standhaftigkeit – ist immer dann groß in Mode, wenn das gerade herrschende System in einer Krise steckt und öffentliche Bekenntnisse verlangt. Die literarisch manifest gewordene Urform ist der Gesslerhut, den in Schillers Wilhelm Tell ein jeder zu grüßen hatte. Tat er es nicht, war er als Feind des Landvogts markiert. Heinrich Mann setzte dem ewigen Bückbürger und Moraltrompeter in seinem Roman „Der Untertan“ ein weiteres Denkmal. Ein kurzer…

Wurzelmundqualle

Die Qualle          

In Massen – vor allem, wenn man ihnen beim Schwimmen begegnet – sind Quallen eher widrig. Als Individuum bieten sie zuweilen einen Eindruck besonderer Pracht. Ihr leichter, schwebender Tanz im Wasser berührt mich immer wieder. Doch auch im Augenblick des Todes können sie von ergreifender Schönheit sein. Dieses Exemplar einer Wurzelmundqualle sah ich an der dänischen Nordseeküste – es ähnelt im Schein der untergehenden Sonne kostbarer Glaskunst, erschaffen von einem großen Meister und wie von einer anderen Welt. Dass dieser…

Unsere Demokratie: Im Kern totalitär?

Wenn Politiker und Medien heute von „unserer Demokratie“ reden, die es gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen gelte, meinen sie stets eine sehr spezielle Form der Demokratie – nämlich ihre eigene Vorstellung davon. Diese Vorstellung trägt seit einiger Zeit deutlich totalitäre Züge. Das wiederum wird von denen beklagt, die eine andere Vorstellung von Demokratie haben – z. B. weniger Parteienherrschaft, mehr Basisdemokratie. Nun hatte bekanntlich die Ur-Demokratie im antiken Athen auch schon die eine oder andere Einschränkung. So durfte…

Der Treffer

Der Treffer

Wer seine Gedanken sprachlich auf den Punkt bringt, verbessert die Aussicht, verstanden zu werden. Liegt es also nur an der richtigen oder falschen Kommunikation, ob eine Botschaft ankommt? Das ewige Lamentieren, privat und politisch Wie oft fällt in Beziehungsgesprächen wohl ein mitunter seufzend, meist eher genervt vorgebrachter Satz wie „Du hast mich nicht richtig verstanden“ oder „Das hatte ich anders gemeint“? Oder wie oft hört man Politiker der sogenannten Altparteien nach einer weiteren Wahlniederlage klagen: „Es ist uns nicht gelungen,…

Trojanisches Pferd

Was eine KI so über Steynerley meint

Eine Leserin war erst neugierig und dann so freundlich, mir zu übermitteln, was eine von ihr genutzte KI über diese Seite denkt. Alles in allem keine Überraschung, aber im Detail doch bemerkenswert bis erheiternd. Wieviel KI steckt in den Inhalten von Steynerley? Um die Antwort vorwegzunehmen: Null. Zum einen erkenne man die menschliche Herkunft der Inhalte zweifelsfrei als menschengemacht. Jawoll, hier schreibt, zeichnet und fotografiert nicht die KI. Inhaltlich gehe es auf dieser Seite immer wieder darum, die menschliche Kreativität…

Das Behagen der Katze in der Spätsommersonne

Kurzes Nachdenken über das Behagen und seine Grenzen

Ein Anblick tierischen Behagens, das sofort auf mich als Betrachter übergeht: Eine Katze in der Spätsommersonne, ein Ausdruck vollkommener Entspannung und tiefen In-sich-Ruhens. Nicht mehr lange, dann kommen der erste Bodenfrost, Nebeltage, regenreicher Westwind, Graupelschauer. Die Katze sucht sich dann andere Orte: Auf dem Sofa oder am Kaminfeuer. Das Behagen bleibt. Dem Menschen ist diese tiefe Gelassenheit nicht gegeben. Und kommt er diesem Zustand doch einmal nahe, wird er bald wieder aufgescheucht – Unbehagen statt Behagen, Unruhe statt Ruhe ist…

Homo homini lupus est

Homo homini lupus est

Dass der Mensch des Menschen Wolf sei, ist eine ebenso traurige wie realistische Erkenntnis. Das sogenannte Gute im Menschen ist an Schönwetter-Bedingungen geknüpft. Unter Schlechtwetter-Bedingungen trifft man dieses Gute nur sehr selten an. Aus dieser Erkenntnis heraus begründete Thomas Hobbes bekanntlich die Notwendigkeit eines starken Staates. Dieser soll die mörderischen Urinstinkte des Menschen einfrieden. Was aber, wenn der Staat sich selbst als Ungeheuer erweist? Nicht umsonst gab Hobbes dem Staat den Namen eines mytholgischen Ungeheuers, Leviathan. Dieser tritt gegen Behemoth…