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Bärlauch: Er ist wieder da!

Es ist ein festes Bärlauch-Ritual: Jedes Jahr um den 10. Februar herum schau ich nach, wie es um den Bärlauch steht. So auch heute. Und siehe da: Gut steht es. In der Borg bei Laer sprießt es bereits überall. Bei weiterhin milden Temperaturen vielleicht eine Woche noch, dann kann man schon ein paar Blätter ernten für ein erstes Pesto. In dieser Frühphase ihres Wachstums sind die Pflanzen zwar noch relativ klein und man muss sich öfter bücken, sie haben jedoch…

Lebendiges Grau

Die Farbe Grau wird gern mit dem Meer in Verbindung gebracht. Oder mit der Langeweile. Abgesehen davon, dass grau eine ganz besondere Lebendigkeit hat, kennt das Meer noch viele andere Farben. Ich bin an der Ostsee aufgewachsen und muss es wissen. Die Ostsee ist schwarz bei bedecktem Himmel von der Brücke eines Schiffes aus, lichtgrün beim sommerlichen Bad, blaugrün vom Strand aus, stahlblau vom hohen Ufer aus, weiß schäumend bei Sturm, silbern glitzernd im Mondschein. Und ich kenne sie grau.…

Widerständigkeit

Der Baum ist ein schönes Sinnbild der Widerständigkeit. Ein Baum in Meeresnähe, dem steten Winddruck ausgesetzt, richtet seine Krone entsprechend aus. Über die Jahre führt der Winddruck vielleicht sogar dazu, dass sich der Baum im Ganzen etwas zu neigen beginnt. Doch der Baum bleibt stehen, fällt nicht um. Im Gegenteil: Er wächst und gedeiht im Widerstehen. Stürzt er irgendwann doch, wird dies vor allem seinem Alter geschuldet sein. So auch der Mensch. Er mag sich unter dem Einfluss der Ereignisse…

Die Magie des Sehens

Ausblick eröffnet Einblick. Ist der Ausblick beschränkt, ist es auch der Einblick. Man sieht nur einen Ausschnitt, einen Teil des Ganzen. Den Rest – also das Ganze – denkt man sich  einfach hinzu. Beim Hinzudenken kann man richtig liegen oder falsch. Hier definiert die grob in die Bretterwand geschnitzte Herzform den Ausschnitt. Sie gibt nur einen teilweisen Einblick in die Landschaft frei. Wir ergänzen die Landschaft in unserem Kopf zu einem Bild des Ganzen. Was wir dann als – zum…

Festes wird fließend und wieder fest

Panta rhei. Gerät feste Materie ins Fließen, wird sie irgendwann auch wieder fest. Glutflüssige Lavaströme erstarren nach einer Weile.  Ähnlich verhält sich zu einem Hügel angehäufter Sand, der nach tagelangem Dauerregen ins Rutschen gerät. Die Abflussrinnen des Wassers graben sich an manchen Stellen tief ein, was dem Hügel dieses markante Aussehen verleiht, das entfernt an einen Vulkan erinnert. Setzt unmittelbar danach eine starke Frostperiode ein, erstarren die Formen wie Lava an der kühlen Luft. Zu bestaunen ist dieses Kunstwerk der…

Krafttier als ironisches Zitat?

Der Hirsch galt über Jahrtausende als Krafttier. Insbesondere das Geweih war immer ein Symbol für die Strahlen der Sonne gewesen. Es wurde wohl auch als Antenne verstanden für den Empfang von Signalen aus jener Sphäre, in der die Ahnengeister anzutreffen waren. Mit dem Verschwinden der schamanischen Religionen wurde es prosaischer: Der erfolgreiche Jägersmann schätzt das Geweih als Trophäe. Dennoch bewegt sich auch der heutige Jäger, sofern er sich einen Sinn für mythische Bezüge bewahrt hat, noch im Umkreis altsteinzeitlicher Jagdkulturen. Vom…

Landschaftsgestalter Wasser

Wasser verändert alles. Nach dem vielen Regen der letzten Wochen geschah das Erwartbare: Wieder einmal trat die Ems über die Ufer. Im Bild sieht man den Bereich zwischen der Gittruper Straße und den Bockholter Bergen. Wo die Ems üblicherweise in ihrem kanalisierten Bett auf vielleicht gut 15 Metern Breite dahinfließt, breitet sie sich nun über mehrere Hundert Meter aus. Wo sonst Äcker und Wiesen sind, ist nun Wasser. Dabei nimmt die Ems auch ihre bei der vor Jahrzehnten erfolgten Begradigung…

Pilze

Im Pilzland

Die Sommerferien waren verregnet und auch im Herbst tropfte es beinahe ohne Unterlass vom Himmel. Nach den Jahren der Dürre atmet die Natur hierzulande sichtlich auf – und lässt Pilze in selten gesehener Größe und Vielfalt sprießen. Jetzt durch den Wald zu streifen, ist wie die Entdeckungsreise durch ein Pilzland. Die wenigsten der Pilze kenne ich spontan. Doch darauf kommt es auch nicht an: Es ist einfach schön, ihre Formen und Farben, ihren Standort und ihre Vorlieben für ganz bestimmte…

Der Duft der Hölle

Wenn’s irgendwo stinkt, ist fast immer Schwefel im Spiel. Genauer gesagt: Schwefelwasserstoff. Er verleiht dem Darmwind den typischen Geruch nach faulen Eiern, ist an den bösen Düften verschiedener Fäulnis- und Gärprozesse beteiligt und sorgt selbst am Wattenmeer für den herben Geruch. Feuer und Gestank Schwefel ist auch oft anwesend, wo es feurig zur Sache geht. Man denke an das klassische Schwefelhölzchen, an Feuerwerk und Vulkanausbrüche. Weil Feuer und Gestank sich aufs Eindrucksvollste in diesem Element vereinen, liegt es nahe, dass…

Am Meer

Wer ans Meer fährt, tut dies meist um des Vergnügens willen: Schwimmen, surfen, segeln, schnorcheln, lange Strandspaziergänge. Daneben entwickeln sich die Meere immer mehr zum technischen Verfügungsraum: Transportwege führen über sie, Fischbestände werden ausgebeutet, Areale für Windparks werden abgesteckt, Bodenschätze werden abgebaut. Und Ansprüche auf künftige Ausbeutung werden erhoben und militärisch durchgesetzt. Ankünfte und Fortgänge Vor allem aber ist das Meer eine der großen Erfahrungen des Menschen. Die ersten Menschen, die von Land her an ein Meeresufer kamen, blickten ins…