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Ins Gras beißen

Die schlichter gestrickten unter den Vegetarieren und Veganern glauben tatsächlich, den Stein der Weisen gefunden zu haben: Einfach Weidefläche in Anbaufläche umwandeln und schon klappt das mit der Welternährung – ganz ohne Tiere, ganz ohne durch rülpsende und furzende Viecher freigesetztes Methan, ganz ohne  Klimawandel und mit ganz viel gesunden Feldfrüchten für alle.

Steingesicht

An einem Tag, als mir wenig nach Lachen zu mute war, begegnete mir ein Schmunzelstein. Er war weiß, klein, trug eine Mütze und ein etwas schiefes Gesicht mit roten Bäckchen. Der bemalte Kieselstein steckte zusammen mit einer Geschichte in einem kleinen Nylonsäckchen. Es war die „Legende der Schmunzelsteine“. Grob zusammengefasst geht es darum, dass ein Volk kleiner, fröhlicher Leute den Brauch pflegte, mit lachenden Gesichtern bemalte Steine zu verschenken. Jeder sammelte, bemalte die Fundstücke und verschenkte sie mit Freuden weiter.…

Loblied der Mauer, zweite Strophe

Unlängst sang ich hier mein Loblied der Mauer als Eingrenzung des Eigenen und notwendige Voraussetzung für die Persönlichkeitsbildung, als Schutz und Hege des Menschlichen. Doch eine Mauer ist nicht nur Grenze, sie ist auch Lebensraum. Je älter sie ist, desto mehr wird sie von Pflanzen und Tieren als Rückzugsraum, als Brutstätte oder auch als Jagdrevier entdeckt. Doch selbst eine frisch aufgeschichtete Trockenmauer wird binnen weniger Wochen zum Biotop.

Kleines Loblied der Mauer

Mauern, Wälle, Zäune, Grenzen jeder Art haben heute eine schlechte Presse. Sie stehen im Wege, hindern Menschen, dorthin zu gehen, wohin sie gern gehen möchten. Sie sind unmenschlich und müssen weg. Als Mauern in unseren Köpfen hindern sie uns am Denken. So jedenfalls meint der Zeitgeist. Wie blind von ihm. Denn Mauern und Grenzen sind wichtig. Überlebenswichtig. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft.

Elite auf der Couch

Carlo Strenger praktiziert als Psychoanalytiker. Viele seiner Klienten sind liberale Intellektuelle, zählen zur oberen Mittelschicht. Sie kümmern sich beileibe nicht nur um ihr eigenes Fortkommen, sondern haben den Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Stolperstein: Natur-, Umwelt- oder Klimaschutz?

Der Gedanke, dass die Natur vor dem Treiben des Menschen zu schützen sei, geht im Wesentlichen auf Ideen des 19. Jahrhunderts zurück. Prägend für die Entstehung des Naturschutzgedankens in Deutschland war um das Jahr 1800 Alexander von Humboldt, der auch als Schöpfer des Begriffs Naturdenkmal gilt. Dort aber, wo Denkmäler errichtet werden, gilt es, an Vergangenes und Verschwundenes zu erinnern. Wehe also dem, dem Denkmäler errichtet werden!   Naturschutz ist Widerstand gegen Industrialisierung und Verzifferung Parallel zu den Gedanken von…

Gehäkeltes Einkaufsnetz

Überhaupt nicht steinalt: Einkaufsnetz im DIY-Look

Ob auf dem Markt, in der Drogerie oder am Strand: So ein Einkaufsnetz kommt herum. Man kann gesammelte Steine transportieren, gekaufte Äpfel drin verstauen oder leere Flaschen damit zum Altglascontainer bringen. Nach Gebrauch lässt es sich zusammengerollt wegpacken und falls es schmutzig geworden ist, wird es in der Waschmaschine wieder sauber. So ein Einkaufsnetz ist schon sehr praktisch. Trotzdem sah man es noch bis vor kurzem nicht auf der Straße. Höchstens in der Hand einer älteren Dame. Denn genau das…

Change: Kein Stein soll auf dem anderen bleiben

Dass die Welt sich wandelt, ist als philosophische Erkenntnis trivial. Dass permanenter und forcierter Wandel Menschen überfordert, ebenso. Dass aber der Turbowandel, mit dem Unternehmen, Staat und Gesellschaft es seit einigen Jahren zunehmend zu tun haben, anderen Zielen dienen können als den gemeinhin behaupteten, ist wohl die eine oder andere Überlegung wert. Denken wir ein wenig über Change nach.   Change als Schlagwort für Veränderungsprozesse in der Wirtschaft ist seit den 90ern präsent. Der auf ökonomische Belange bezogene Begriff ist…

Der Sammler

Unendlich die Zahl der Ratgeber, die einem nahelegen, dass wir viel zu viel irdische Habe mit uns herumschleppen. Befreit man sich von seiner Habe oder reduziert sie wenigstens, werde - so das Versprechen - das Leben schöner, einfacher und leichter (in Kilogramm ausgedrückt auf jeden Fall). Ein Durchschnittsmensch besitzt angeblich um die 10.000 Dinge - Korkenzieher, Unterhosen, die eingangs erwähnte Ratgeberliteratur sowie das Smartphone eingerechnet. Wesentlich mehr dürfte ein durchschnittlicher Sammler besitzen - egal von was. Denn wer sammelt, sammelt…