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Die Geburt der Kunst

Wer glaubt, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren keinen Sinn fürs Höhere hatten, irrt. Fragmente von Flöten, Venus-Figurinen, aus Knochen und Elfenbein geschnitzte Amulette in Tierform sowie zahllose Höhlenmalereien geben ein recht deutliches Zeugnis davon, dass die Menschen bereits vor 30.000 Jahren ein Verständnis von Kunst hatten. Sie konnten nicht nur ihre Umgebung irgendwie abbilden – sie hatten auch ein tiefes Verständnis von Proportionen im visuellen wie im akustischen Bereich und sogar ein gewisses Abstraktionsvermögen: Selbst aus stark verfremdeten bzw. übertriebenen Formen…

Starrende Steine

Vor einiger Zeit hatte ich hier schon einmal den rechten der beiden Steine vorgestellt, der wie ein versteinerter Ku-Klux-Klan-Anhänger aussieht. Das ist aber kein versteinertes Lebewesen, sondern ein Naturspiel. Ebenso der links abgebildete Stein, der an einen versteinerten Fischkopf erinnert. Ich hatte seinerzeit mein eigenes Unbehagen als Kind beschrieben, doch dabei die menschheitsgeschichtliche Dimension übersehen. In seinem neuen Buch "Diesseits von Eden - Über den Ursprung der Religion" (Berlin 2020) erinnert der Ethnologe und Kulturwissenschaftler Hans Peter Duerr an den…