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Loblied der Mauer, zweite Strophe

Unlängst sang ich hier mein Loblied der Mauer als Eingrenzung des Eigenen und notwendige Voraussetzung für die Persönlichkeitsbildung, als Schutz und Hege des Menschlichen. Doch eine Mauer ist nicht nur Grenze, sie ist auch Lebensraum. Je älter sie ist, desto mehr wird sie von Pflanzen und Tieren als Rückzugsraum, als Brutstätte oder auch als Jagdrevier entdeckt. Doch selbst eine frisch aufgeschichtete Trockenmauer wird binnen weniger Wochen zum Biotop.

Kleines Loblied der Mauer

Mauern, Wälle, Zäune, Grenzen jeder Art haben heute eine schlechte Presse. Sie stehen im Wege, hindern Menschen, dorthin zu gehen, wohin sie gern gehen möchten. Sie sind unmenschlich und müssen weg. Als Mauern in unseren Köpfen hindern sie uns am Denken. So jedenfalls meint der Zeitgeist. Wie blind von ihm. Denn Mauern und Grenzen sind wichtig. Überlebenswichtig. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft.

Elite auf der Couch

Carlo Strenger praktiziert als Psychoanalytiker. Viele seiner Klienten sind liberale Intellektuelle, zählen zur oberen Mittelschicht. Sie kümmern sich beileibe nicht nur um ihr eigenes Fortkommen, sondern haben den Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Es sprach der Dichter

"Steine sind stumme Lehrer, sie machen den Beobachter stumm, und das Beste, was man von ihnen lernt, ist nicht mitzuteilen." So sprach J.W. v. Goethe (Maximen und Reflexionen, 678). Wir verstehen und verstummen gleichfalls. Wenigstens für heute.   Foto: Lutz Meyer

Mal mal Meer!

Wer malt heute noch Landschaften? Vielleicht der eine oder andere Sonntagsmaler, den es mit Staffelei, Leinwand, Pinsel und Farbkasten noch hinaus ins mehr oder minder Grüne drängt. Doch in der großen Kunst (groß sei hier ganz banausisch einmal definiert durch die Größe der Geldbeträge, die für ein Kunstwerk gezahlt werden), hat die Landschaft ihren Platz verloren. Ob für immer?

Du denkst, sie sind harmlos?

Steine – dem Bauern wie dem Badenden mitunter lästig, doch ansonsten harmlos? Wer so denkt, hat die wahre Natur eines Steines nicht erkannt. Immerhin waren Steine die ersten  Waffen der Menschheit und sind damit direkte Vorläufer der Atomrakete.

Schweineglück

Steine und nackte Erde sind alles, was übrig bleibt, wenn eine muntere Schweineherde voller Hingabe das getan hat, was Schweine nun mal am liebsten tun: Fressen. Die Schweine fressen natürlich nicht nur das saftige Grün, sondern sind in unermüdlicher Wühlarbeit auch auf der Suche nach nahrhaften unterirdischen Genüssen wie Wurzeln und Würmern. Da wird die Weide schnell zur Mondlandschaft.

Heiß, kalt, heiß

Kiel, 30. Juli 2019 Vor der Hitze geflüchtet, habe ich mich am Ausgang der Förde Richtung Bülker Leuchtturm auf einer Steinbuhne niedergelassen. Zwar nicht im Schatten, wie es geraten erscheint (es gibt hier keinen), doch ein frischer, kühlender Wind weht von See her, 5 bis 6 Beaufort, in Böen mehr. Die Hitze ist hier nicht mehr spürbar. Ich schließe die Augen, lausche den Wellen, vergesse alles um mich herum.

Gartenzwerge für Kosmopoliten

Moai heißen die kolossalen Steinstatuen auf der Osterinsel. Ursprünglich gab es wohl rund 1.000 dieser Figuren. Sie waren einst so aufgestellt, dass sie nicht aufs Meer hinausblickten, sondern auf die Siedlungen hinab. Man vermutet, dass es sich um eine Art Ahnenkult gehandelt hat – die verstorbenen Häuptlinge hatten ihren Stamm auch nach ihrem Ableben fest im Blick. Der Kult endete schlagartig – möglicherweise hatten sich die Hersteller dieser meist etwas finster dreinblickenden Herren schlicht und einfach übernommen im Wettbewerb um…

Steinernes Rätsel

Unterhalb von Katharinenhof auf Fehmarn liegt ein Findling mit einem markanten Detail: Zwei scharf herausgearbeitete Grate umrunden den ca. 90 cm langen Stein auf etwas mehr als dem halben Umfang. Wie kommt eine solche Bildung zustande?