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Villa Husch

Villa Husch

Eingerahmt von Birken und Brennnesseln steht die Villa Husch. Sie liegt ein gutes Stück vom Weg ab, Fenster und Türrahmen schauen auf eine Pferdeweide. Direkt davor schloss sich früher anscheinend eine kleine Terrasse an. Scheiben, Tür und Dach fehlen. Nach vielen Jahren sind nur die nackten Mauerreste übrig geblieben, teils verziert mit Graffiti. Im Haus haben sich irgendwann junge Bäume angesiedelt, doch offenbar war der Platz zu begrenzt: Sie sind längst abgestorben und vom Wind und Regen kahl geschliffen. Ist…

Kalt, heiß, lang, kurz: Die Kunst des Räucherns

Die markanten Backsteinschornsteine gehören zu einer Fischräucherei in Kappeln, die mit den altbewährten Altonaer Räucheröfen räuchert. Hier räuchert man den Fisch noch in traditioneller Weise über einem offenen Holzfeuer. Räuchern ist nicht jedermanns Sache Leider werden diese traditionellen Räucheröfen kaum noch zugelassen – jedenfalls dort nicht, wo in nennenswerter Menge geräuchert wird und empfindliche Nachbarn oder strenge Umweltbeauftragte die Nase rümpfen. Doch mancherorts duldet man die alten Anlagen als schützenswertes Kulturgut (noch). Auch die Räucherkunst selbst ist schützenswert, denn die…

Heidesee

War hier nicht mal ein See?

Wenn Steine reden könnten … (Teil 4) … dann würden sie schweigend die Stille genießen. Denn die Steine, die einst Kinder ins kaffeebraune Wasser des Heidesees geworfen haben, liegen nun zu Füßen des harten Grases und dienen allenfalls Rehen als Stolpersteine. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, seitdem ich die ersten Fotos vom verlandeten See an der B 188 und dem dazugehörenden Lokal gemacht habe. Die Entwicklung schritt rasend schnell voran: Wer den Heidesee nie gesehen hat, erkennt seine ursprüngliche Form…

Die Kirche geht mit der Zeit

Dass man sich nicht mehr nur dem Heiligen Geist verbunden weiß, sondern aufs Innigste sich auch dem Zeitgeist andient, stellt die Kirche täglich unter Beweis. Hier im altehrwürdigen Dom zu Xanten ist neben dem historischen steinernen Weihwasserbecken (rechts) ein moderner Weihwasserspender unserer Tage (links) zu sehen. Auch Kulte wandeln sich. Doch der Drang, sich gegen das Böse zu wappnen, bleibt bestehen. An die Stelle der Dämonen früher Zeiten sind nun Krankheitserreger getreten. Desinfektion ersetzt das Gebet. Foto: Lutz Meyer

Kalksteinbruch bei Rheine

Nicht jeder alte Steinbruch hat ein so hinreißend schroff-unheimliches Gepräge wie der renaturierte Diabas-Steinbruch von Wolfshagen. Der ehemalige Kalksteinbruch bei Rheine wirkt in seiner terrassenartigen Abstufung fasst anmutig. Schön auch das bei hohem Sonnenstand türkisfarben schimmernde Wasser. Wie gern wäre ich an diesem heißen Sommermorgen in die kühlen Fluten eingetaucht. Doch leider täuscht der Eindruck: Was hier so einladend frisch aussieht und landschaftlich an manche Karl May-Filme aus den 1960er Jahren erinnert, ist dem Publikumsverkehr leider verschlossen. Zwar führt ein…

Steinfischerei

Unter den inzwischen mehr oder minder ausgestorbenen Berufen verdient der des Steinfischers besondere Aufmerksamkeit. Der Steinfischer fischt keine Fische und er nutzt auch weder Netz noch Angel, sondern er fischt tatsächlich Steine und bedient sich dabei der zangenartigen Greifarme eines Baggers. Deswegen spricht man auch von Steinzangerei. Bei der Steinfischerei ging es darum, Findlinge vom Grund zu bergen, um sie in Hafenanlagen, Molen und Küstenschutzanlagen zu verbauen: der See abgerungen, um vor der See zu schützen. Ökologisch nicht korrekt Weil…

Das Beil und sein Zauber

Unsere Vorfahren waren vorbildlich: Was sie vor Jahrtausenden zur Bewältigung ihres Alltags erschufen, war nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern erwies sich auch als außerordentlich wertstabil. Steinbeile etwa haben bis in die Jetztzeit Konjunktur. Heute erzielen sie unter Sammlern hohe Preise und sind als museale Objekte geschätzt.

Standhalten!

Passend zu den Rauhnächten und zum Jahreswechsel: Dieser Nachbau eines germanischen Zentralheiligtums namens Irminsul steht nahe beim Ort Irmenseul auf dem Romberg. Der Nachbau ist streng genommen eine Neuinterpretation, denn er fügt zwei uralte heilige Symbole zusammen: das Radkreuz (in dieser Form das Wappen der Gemeinde Irmenseul) und die Säule (hier dargestellt durch einen Eichenstamm). Das Radkreuz oder Sonnenrad steht für die vier Jahreszeiten und damit für den ewigen Kreislauf des Lebens. Die Irminsul selbst symbolisiert den Weltenbaum aus der…

Der Kreislauf des Lebens

Die Großsteingräber aus der Trichterbecherkultur (hier die großen Sloopsteene bei Wersen) sind jungsteinzeitliche Begräbnisstätten, Wohnsitze für die Ewigkeit. Kleinere Megalithgräber mit weniger Tragsteinen und Deckplatten, die nicht als Ganggrab angelegt sind, sondern nur aus einer Kammer bestehen, heißen auch Dolmen. In der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch fand ich im Kapitel über psychoaktive Pilze einen Hinweis auf die Dolmen im südindischen Kerala. Weil die Dolmen pilzförmig aussehen (was man auch an den nordischen Dolmen beobachten kann), heißen sie…

Wer oder was lebt hier?

Manche Bilder sagen einem gar nichts. Andere hingegen sind außerordentlich vielsagend. Selbst und vielleicht gerade dann, wenn auf ihnen nur ganz wenig zu sehen ist – und sie mehr verbergen als zeigen. So wie dieses Bild, auf einem Nachtgang aufgenommen in Neustadt/Holstein. Ich weiß nicht, was es mit diesem Gebäude, das womöglich niemals bessere Tage gesehen hat, auf sich haben mag. Aber es regt meine Phantasie an. Also: Was mag hinter diesen Mauern aus Backstein stattfinden? Wohnt dort ein namenloses…