Überspringen zu Hauptinhalt

Der Kreislauf des Lebens

Die Großsteingräber aus der Trichterbecherkultur (hier die großen Sloopsteene bei Wersen) sind jungsteinzeitliche Begräbnisstätten, Wohnsitze für die Ewigkeit. Kleinere Megalithgräber mit weniger Tragsteinen und Deckplatten, die nicht als Ganggrab angelegt sind, sondern nur aus einer Kammer bestehen, heißen auch Dolmen. In der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch fand ich im Kapitel über psychoaktive Pilze einen Hinweis auf die Dolmen im südindischen Kerala. Weil die Dolmen pilzförmig aussehen (was man auch an den nordischen Dolmen beobachten kann), heißen sie…

Wer oder was lebt hier?

Manche Bilder sagen einem gar nichts. Andere hingegen sind außerordentlich vielsagend. Selbst und vielleicht gerade dann, wenn auf ihnen nur ganz wenig zu sehen ist – und sie mehr verbergen als zeigen. So wie dieses Bild, auf einem Nachtgang aufgenommen in Neustadt/Holstein. Ich weiß nicht, was es mit diesem Gebäude, das womöglich niemals bessere Tage gesehen hat, auf sich haben mag. Aber es regt meine Phantasie an. Also: Was mag hinter diesen Mauern aus Backstein stattfinden? Wohnt dort ein namenloses…

Steinerne Mauern und andere

Im Stadtmuseum Münster befinden sich einige detaillreich ausgeführte Modelle, die dem Besucher die Entwicklungsstufen der Stadt Münster seit ihren allersten Anfängen im 9. Jahrhundert bis hin zur Nachkriegszeit sehr anschaulich vor Augen führen. Eines meiner Lieblingsmodelle ist das von 1533 – also kurz bevor die Wiedertäufer über die Stadt hereinbrachen. Mauern geben Sicherheit gegenüber dem Außen Es zeigt eine Stadt, die von Wassergräben und doppelten Steinmauern mit Bastionen, Türmen und Toren umgeben ist. Eine solche Stadt ist Sinnbild des Abgeschlossenen…

Wer erbaute Stonehenge?

Die im Titel formulierte Frage lässt sich mit einem Wort beantworten: Ich. Jawohl: Ich habe Stonehenge erbaut - und das sogar an nur einem einzigen Nachmittag. Zwar nur im Maßstab 1:135, doch immerhin recht detailgetreu: ein jeder Stein steht - lediglich ein wenig verkleinert - dort, wo er stehen muss. Das Modell zeigt Stonehenge nicht in seinem heutigen ruinösen Zustand, sondern so, wie das Original vor vielleicht rund 4.000 bis 4.500 Jahren ausschaute: Alle Steine sind noch vollzählig da. Ein…

Mach was daraus oder lass es lieber

Ruinen zeugen vom Niedergang. Der Niedergang verweist auf etwas, was mal größer, auf jeden Fall aber präsenter war als es heute ist. Burgruinen etwa erzählen etwas von alten Rittergeschlechtern. Kirchenruinen von Zeiten, die dem gottesfürchtigen Leben näherstanden als unsere Tage. Bau- oder Investitionsruinen vom kreisenden Pleitegeier. Steht man vor einer Ruine, stellt sich nicht nur die Frage nach der Vergangenheit, sondern immer auch die nach der Zukunft. Soll man das alte steinerne Gemäuer womöglich komplett abreißen, um Platz zu schaffen…

Loblied der Mauer, zweite Strophe

Unlängst sang ich hier mein Loblied der Mauer als Eingrenzung des Eigenen und notwendige Voraussetzung für die Persönlichkeitsbildung, als Schutz und Hege des Menschlichen. Doch eine Mauer ist nicht nur Grenze, sie ist auch Lebensraum. Je älter sie ist, desto mehr wird sie von Pflanzen und Tieren als Rückzugsraum, als Brutstätte oder auch als Jagdrevier entdeckt. Doch selbst eine frisch aufgeschichtete Trockenmauer wird binnen weniger Wochen zum Biotop.

Kleines Loblied der Mauer

Mauern, Wälle, Zäune, Grenzen jeder Art haben heute eine schlechte Presse. Sie stehen im Wege, hindern Menschen, dorthin zu gehen, wohin sie gern gehen möchten. Sie sind unmenschlich und müssen weg. Als Mauern in unseren Köpfen hindern sie uns am Denken. So jedenfalls meint der Zeitgeist. Wie blind von ihm. Denn Mauern und Grenzen sind wichtig. Überlebenswichtig. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft.

Gartenzwerge für Kosmopoliten

Moai heißen die kolossalen Steinstatuen auf der Osterinsel. Ursprünglich gab es wohl rund 1.000 dieser Figuren. Sie waren einst so aufgestellt, dass sie nicht aufs Meer hinausblickten, sondern auf die Siedlungen hinab. Man vermutet, dass es sich um eine Art Ahnenkult gehandelt hat – die verstorbenen Häuptlinge hatten ihren Stamm auch nach ihrem Ableben fest im Blick. Der Kult endete schlagartig – möglicherweise hatten sich die Hersteller dieser meist etwas finster dreinblickenden Herren schlicht und einfach übernommen im Wettbewerb um…

Steinmauer

Stein auf Stein …

Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein. So heißt es in dem Kinderlied „Wer will fleißige Handwerker seh‘n?“. Bei mir fühlt es sich momentan so an, als würden die Häuschen nie fertig. Denn was der Markt an Gehegen für Meerschweinchen anbietet, hat sich als total unpraktisch für unsere kleinen Nager erwiesen. Da Blacky und Brownie, mittlerweile zu zwei stattlichen Böckchen herangewachsen, im Sommer im Garten wohnen sollen, musste ein Häuschen für draußen her. Ob vor Ort im Zoofachgeschäft…

Steynschmecker: Ein Schinken aus Apen

Wer Schinken sagt, will betrügen: Ich persönlich gehe davon aus, dass minimal 98 % dessen, was in deutschen Fleischereien, an Supermarkttheken und in den Grabbelregalen der Discounter sowieso als irgendeine regionale Schinkenspezialität angeboten wird, ein gesichtsloses, denaturiertes Allerweltsprodukt aus computergesteuerten Klimakammern ist. Je nach Programmeinstellung kommt es als würziger Seeluftschinken, rauchiger Schwarzwaldschinken oder mediterrane Schinkenspezialität frech fehldeklariert daher. Dabei geht es auch anders. Ganz anders. Natürlicher und ehrlicher.   Einer, der es wirklich anders macht Arnd Müller ist angetreten, die…