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Heidesee Bei Gifhorn

Ein neues Biotop

Wenn Steine reden könnten … (Teil 3) … dann würden die Steine, die einst Kinder in den Heidesee geworfen haben, schnarchen. Ganz leise, um die Grillen, Rehe und Vögel nicht zu stören. Denn wo einst eine Wasserfläche von kaffeebrauner Farbe war, weht nun der Wind durch ein Meer aus Gras. Wellenartig bewegen sich die harten Halme in der Brise. Mittendrin schlängeln sich einzelne Pfade, die größere Tiere geschaffen haben. Was auf dem torfigen Boden liegt, bleibt verborgen: Planken eines alten…

Ein anderer Blick auf die Natur

Die zweite Ausgabe von Anbruch Magazin für Kultur & Künftiges ist soeben erschienen. Das Titelthema: Natur. Das Heft befasst sich weder mit den üblichen Ökothemen noch liefert es Beschauliches aus der Welt der Lurche und Moose. Es geht tiefer. Es geht um das Unberührte und Ursprüngliche in uns, es geht um den ewigen Grenzkonflikt von Natur und Kultur, es geht um seelische Hungersnöte. Im Gespräch mit dem Anthropologen Wolf-Dieter Storl wird versucht, einen Weg zurück zu unseren Quellgründen zu bahnen.…

Das Kleine. Das Nahe. Das Wunder.

In seiner Vorrede zu der Sammlung „Bunte Steine“ aus dem Jahr 1853 schreibt der Schriftsteller Adalbert Stifter: „Das Wehen der Luft, das Rieseln des Wassers, das Wachsen der Getreide, das Wogen des Meeres, das Grünen der Erde, das Glänzen des Himmels, das Schimmern der Gestirne halte ich für groß.“ Ich finde diesen Satz, diesen Gedanken großartig. Vor allem in einer Zeit, in der pöbelhafte Lautstärke, das schier endlose Gequassel über Nichtigkeiten, Aufgeregtheit bis zur Hysterie den Ton angeben. Da ist…

Lüneburger Heide

Der verschwundene See

Wenn Steine reden könnten ... (Teil 1) … dann würde dieser weiße Mauerstein von dem satten Blobb berichten, mit dem er im schwarzbraunen Morast versunken ist. Glaubt man den alten Geschichten vom Moor, in dem der Heidesee bei Gifhorn einst entstanden ist, dann glitt der rechteckige Stein tiefer und tiefer, bis er schließlich auf einem weichen Untergrund liegen geblieben ist. Doch der Stein kann nicht reden und folglich weiß niemand, wie tief der Morast tatsächlich ist. Überhaupt sollte in der…

Von Salzlecksteinen und Meerschweinchen

Ein Salzleckstein musste sein. Ohne den ging gar nichts. Sogar das Leben des kleinen, possierlichen Haustieres wäre gefährdet, wenn es keinen dieser bröseligen Steine, die mit einer Plastikklammer am Käfig befestigt werden, zur Verfügung gehabt hätte. Jedenfalls war das damals so. Damals, als ich mit sechs Jahren ein Meerschweinchen bekam. Eins. Aus der Zoohandlung. Das in einem Drahtkäfig lebte und täglich Trockenfutter aß. Heute frage ich mich, wie es bei dieser Behandlung steinalt werden konnte. Als geselliges Familientier lebte es…

Der Geruch von Steinen

Nehmen Steine den Geruch ihrer Umgebung an? Diese Frage beschäftigt mich seit Jahren. Als ich in der 7. Klasse war, brachte unsere Erdkundelehrerin Steine mit. Liebevoll holte sie ihre Fundstücke aus einem Beutel und breitete sie neben sich auf dem Lehrerpult aus. Zu jedem Stein erzählte sie mit leicht verklärten Augen wo sie ihn gefunden hatte und was das Besondere an ihm war. Als Teenager amüsierte mich die offenkundige Liebe zu einem vermeintlich toten Gegenstand. Vielleicht weil das so gar…

Menhire und so…

Freud's mystic world of meaning needn't have us mystified It's really very simple what the psyche tries to hide: A thing is a phallic symbol if it's longer than it's wide... So sang einst Melanie, US-amerikanische Sängerin und Songwriterin, bekannt geworden durch ihren Woodstock-Auftritt 1969. Und recht hat sie – auch am Kieselstrand begegnet man nahezu unausgesetzt phallischen Symbolen. Sei es als Donnerkeil, sei es erheiterndes Spiel der Natur. Und gern hilft der Mensch der Natur auch nach – sogar…