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Freiheit! Freiheit?

Über Freiheit wurde schon viel nachgedacht. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus: Ist man frei etwas zu tun oder ist man frei, genau das zu lassen, was man eigentlich am liebsten tun würde? Geht es um das totale Ausleben der eigenen Möglichkeiten oder um die freiwillige Selbstbeschränkung? Doch sind wir überhaupt in der Lage, diese Entscheidung selbst zu treffen? Sind wir nicht allzuoft nur ein Spielball der Ereignisse und  der unvorhersehbaren Launen unseres Selbst? Ich habe eine Kurzgeschichte zu dem…

Spätherbstliches Farbspiel

Der Fliegenpilz zählt zu den heimischen Pilzen mit halluzinogener Wirkung (wegen dieser Wirkung wird er auch den Giftpilzen zugerechnet). Dieses Exemplar fand ich am Waldrand, nahe einem steinigen Acker. Die magische Potenz dieses Pilzes tritt hier auch optisch eindrucksvoll zutage, wenngleich ich bei der geradezu psychedelischen Farbwirkung natürlich ein wenig nachgeholfen habe. Doch lässt sich sagen, dass hier mit Mitteln der Bildbearbeitung lediglich etwas herausgeholt wurde, was in dem Objekt – also im halluzinogenen Pilz – schon von Natur aus…

Wort und Bogen

Wort und Bogen

Ausnahmsweise ohne Stein Was hat Bogenschießen mit Wörtern zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Doch auf den zweiten wird klar, dass das Schießen eines Pfeils eine Metapher zur Sprache ist, mit der sich die Wirkung von Worten treffsicher erklären lässt. Der Bogen ist in dem Fall die Sprache. Die Wurfarme dieses Bogens sind Logik und Stil, Wahrnehmung und Wortschatz, Kreativität und Instinkt. Wer seine Sprache zu einem tauglichen Bogen, einem starken Werkzeug, macht, der wird beruflich wie auch privat…

Stein im Wasser

Vorlesen verbindet

Ein Stein ist ein ungewöhnlicher Protagonist für eine Geschichte. Er ist ziemlich unkommunikativ und eher unbeweglich. Trotzdem wählte mein Sohn für die Kunst-Aufgabe, eine Kurzgeschichte in sechs Bildern zu malen, einen Stein als Hauptperson. Ich musste schmunzeln, als er mir das erzählte. Denn mit dieser Wahl machte er die Aufgabe schwieriger, als sie eigentlich gewesen wäre. Eine Geschichte, wie sich seine Klassenkameraden ausgedacht haben, über beispielsweise einen Fußballer, ein Pferd oder einen Roboter wäre deutlich einfacher skizziert gewesen. Aber der…

Das Kleine. Das Nahe. Das Wunder.

In seiner Vorrede zu der Sammlung „Bunte Steine“ aus dem Jahr 1853 schreibt der Schriftsteller Adalbert Stifter: „Das Wehen der Luft, das Rieseln des Wassers, das Wachsen der Getreide, das Wogen des Meeres, das Grünen der Erde, das Glänzen des Himmels, das Schimmern der Gestirne halte ich für groß.“ Ich finde diesen Satz, diesen Gedanken großartig. Vor allem in einer Zeit, in der pöbelhafte Lautstärke, das schier endlose Gequassel über Nichtigkeiten, Aufgeregtheit bis zur Hysterie den Ton angeben. Da ist…

Nimm dir Vorlesezeit

Nimm Dir Vorlesezeit!

In dunklen Tagen leuchtet ein Hoffnungslicht umso heller. Zünde Dir eine Kerze an und gönne Dir und Deinem Kind eine Auszeit. Raus aus dem Strudel der tagesaktuellen Nachrichten – und rein in eine märchenhafte Geschichtenwelt. In der ein weises Kräuterweiblein Hoffnung bringt, zwei Kinder eine abenteuerliche Reise machen, der Hüter der Pflanzen das Land von der Plage befreit und am Ende (natürlich) alles gut ausgeht.   Wir von Steynerley.de verschenken eine Geschichte für 15 Minuten Lesezeit mit Deinem Kind –…

Weg in den Nebel

Die Kraft des Herbstes

"Dramatische Lage“, „ein neuer Höchststand“ und „absolut besorgniserregend“. Ob Online-Medien, gedruckte Zeitung, Rund- oder Hörfunk: Die Medien scheinen derzeit zu wetteifern, wer das schrecklichste Szenario ausmalen kann. Die Natur kümmert das nicht. Draußen in Wald und Feld schimmern die Blätter rotgolden, morgendlicher Nebel wallt über die Wege und auf der Erde liegt gelbes Laub. Ein Herbst wie jeder andere. Und genau darin verbirgt sich eine geheime Kraft: Wenn die Schwarzmalerei droht, in die eigene Seele zu sickern, hilft ein Spaziergang…

DDR Grenze

Wider das Vergessen

Wer aus Stein baut, baut für die Ewigkeit. Ewig sollten auch die Grenzanlagen der DDR halten. Dreißig Jahre nach dem Mauerfall findet man von ihnen allerdings kaum noch Spuren. Was nicht von Passanten weggetragen wurde, haben Bäume, Sträucher und Gras überwuchert. Wer sich auf Spurensuche begibt, findet nur vereinzelt Erinnerungen, wie den Grenzlehrpfad in Böckwitz (Sachsen-Anhalt). Als wir durch das ehemals geteilte Dorf gefahren sind, fragte mein Grundschüler, warum man überhaupt Reste der alten DDR-Grenze restauriert hätte. „Es ist doch…

Der Kreislauf des Lebens

Die Großsteingräber aus der Trichterbecherkultur (hier die großen Sloopsteene bei Wersen) sind jungsteinzeitliche Begräbnisstätten, Wohnsitze für die Ewigkeit. Kleinere Megalithgräber mit weniger Tragsteinen und Deckplatten, die nicht als Ganggrab angelegt sind, sondern nur aus einer Kammer bestehen, heißen auch Dolmen. In der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch fand ich im Kapitel über psychoaktive Pilze einen Hinweis auf die Dolmen im südindischen Kerala. Weil die Dolmen pilzförmig aussehen (was man auch an den nordischen Dolmen beobachten kann), heißen sie…

Über Stock und Stein

Die Idee stammte von einem Guru aus der Agenturbranche, dessen Namen ich längst vergessen habe. Meetings, so lautete seine These, wären wesentlich kürzer, wenn alle Teilnehmer dabei stehen würden. Außerdem würden beim Herumstehen die kreativen Ideen nur so sprudeln. Da solche Innovationen immer einen schicken Namen brauchen, trafen wir Angestellte einer hippen PR-Agentur uns nun jeden Montagmorgen zum „Steh-Meeting“. Der Name, ein Zwitter aus Deutsch und Englisch, war wegweisend, so im Nachhinein betrachtet. Denn die Besprechung im Stehen war tatsächlich…