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Wellen

Wellen sind wir im großen Meer. Meist nur kurz sichtbar, kaum unterscheidbar von den Nachbarwellen, schnell den Blicken entschwunden. Andere Wellen türmen sich hoch auf, bevor sie brechen und wieder im Ungeteilten verschwinden. Die Welle als Sinnbild des Lebens liegt nahe. Riesenwellen haben, wo sie auf Widerstände treffen, ein gewaltiges Zerstörungspotenzial – auf offenem Meer wie auch am Ufer. Sie begraben Schiffe, Menschen, Häuser unter sich. Zugleich transportiert jede Welle die Schätze der Tiefe, die sie am Spülsaum ablegt. Auch…

Draußen nur Kännchen?

Mag sein, dass "Gast" und "Gastronomie" in keinem etymologischen Zusammenhang stehen. Dennoch kommt das Wort Gast im Wort Gastronomie vor. Daran sollte sich erinnern, wer als Wirt voller Bangen auf den Jahreswechsel starrt: Die Bundesregierung möchte ab Januar den zeitweise abgesenkten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie wieder auf 19 % anheben. Welcher Gast kann oder will das nach all den vorangegangenen Preiserhöhungen noch bezahlen? Im Gastgewerbe tätige Betriebe befürchten weitere massenhafte Schließungen. Krise nach Hausmacherart Natürlich kann man den Gastronomen nicht…

Was Feuersteins und Geröllheimers wirklich aßen

Gestern haben wir in Laer einen Abend veranstaltet zum Thema "Beginn von Ackerbau und Viehzucht in der Jungsteinzeit" – Jungsteinzeit nicht global betrachtet, sondern regional, also mit Blick auf den nord-/nordwestdeutschen Raum. Wir informierten unsere Gäste über die ersten Kulturpflanzen, die Anfänge der Tierhaltung, den Werkzeuggebrauch, die nicht immer rosigen Lebensumstände und natürlich auch über die kulinarischen Gepflogenheiten. Die Anfänge Hier im Münsterland kam die Sesshaftigkeit in Verbindung mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten erst ab ungefähr 4.000 v. Chr. auf und damit…

Knoten in Seil

Mr. Bean im toom

Manchmal ist das Leben filmreif. Die Kunst ist dann, es mit Humor zu nehmen. Mir passierte Samstag im Baumarkt eine Szene, die so skurril war, das sie direkt aus dem Drehbuch zur britischen Comedyserie „Mr Bean“ hätte stammen können. Ich hatte gerade an der Kasse bezahlt und stoppte nun am Tisch im Eingangsbereich, an dem man seine Einkäufe in Packpapier einschlagen kann. Unterm Arm klemmte eine giftgrüne Druckluftpumpe für Fahrräder, in den Händen hielt ich zwei Töpfe Lavendel und am…

Zu Kaffee und Kuchen bei D27

D27 ist der etwas nüchterne Name des größten Megalithgrabs aus der Trichterbecherkultur in den Niederlanden. Es liegt direkt neben dem Café des Hunebedcentrums in Borger/Drenthe und ist einen Besuch wert. Der Hunebed-Kuchen im Café ist übrigens stilecht mit einem Bild vom Hünengrab verziert. Und selbstverständlich gibt es hier auch Menhir Urbier, Megalith Pils, Flint Weizenbier sowie Trichterbecher-Kaffee. Der Kuchen zum Megalithgrab: Die Anmutung eines Findlings auf dem Teller ist gegeben. Man beachte auch das krönende Emblem. Ebenfalls auf dem Areal…

Finde den Ort

Kennst du dieses seltsame Gefühl, das dich an manchen Orten befällt? Du spürst etwas, ohne es klar benennen zu können. Von diesem Ort scheint etwas auszugehen, was ihn zu einem einzigartigen macht. Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch schon von anderen Orten. Diese Orte formieren sich in deinem Gedächtnis zu einer sehr speziellen Landkarte. Dieses Besondere, das der Ort ausstrahlt, geht über subjektive Erlebnisse hinaus. Die Anziehungskraft des Ortes erschöpft sich nicht in dem, was du hier vielleicht schon mal…

Muffins

Vor-Ferien-Wahnsinn

Wer kennt es nicht? „Mama / Papa ich muss morgen [hier beliebig was eintragen] mitbringen!“, versetzt Eltern sofort einen Adrenalinschub und treibt Schweißperlen auf die Stirn. Mittlerweile horte ich so viele Blöcke, Mappen, Stifte, Hefte, Radiergummi und Tintenkiller in verschiedenen Formen und Farben, dass ich einen Schreibwarenhandel eröffnen könnte. Doch das „ich brauche einen Fächer und einen Taschenrechner“ hat mich vergangene Woche eiskalt erwischt. Als kurzfristige Lösung dienten der solide Texas-Taschenrechner aus meiner Schulzeit und ein Fächer aus dem Hochzeitsbedarf…

Sanduhr im Grünen

Zeit und Glück

Glück wird oft mit Zeitlosigkeit in Verbindung gebracht – der glückliche Moment dehnt sich ins Unendliche, kein Werden, kein Vergehen: Verweile doch, du bist so schön. Schaut man sich indessen an, welches Verhältnis glückliche Menschen zum Erleben der Zeit haben, tritt ein anderer Befund zutage: Glücklich ist, wer seine Vergangenheit akzeptieren kann und mit ihr im Reinen ist. Glücklsich ist, wer in der Gegenwart in Gemeinschaft mit anderen Menschen einer für sinnvoll erachteten Beschäftigung nachgeht. Glücklich ist, wem es für…

Brücke für Napoleon

Eine Brücke für Napoleon

Eine Brücke, versteckt im Wald. Schlecht ausgeschildert – und doch eine Sehenswürdigkeit, weil laut einer Legende der französische Kaiser Napoleon gleich zwei Mal mit seinem Heer herübergeritten sein soll. Da die Napoleansbrücke als Beispiel für die Steuerverschwendung Niedersachsens gilt, habe ich mir das denkmalgeschützte Bauwerk in der Südheide angeschaut. Allerdings war es nicht ganz einfach die Brücke, die vermutlich um 1750 entstanden ist, zu finden. Denn Schilder, die mir den Weg weisen könnten, habe ich nicht entdeckt, als ich durch…

Du liest noch Bücher?

Die Umsätze im Buchhandel sind seit Jahren rückläufig. Das betrifft Gedrucktes wie auch digitalen Lesestoff. Einer Studie aus dem Jahr 2018 zufolge liegt das daran, dass die Leute auch in ihrer Freizeit immer gestresster sind. Die Aufmerksamkeitsspanne soll nur noch rund 10 Minuten umfassen –gilt dieser Wert wohl immer noch oder ist er inzwischen weiter gesunken? Keine Chance also für Bücher? Das wäre schade. Wobei Ich Bücher nicht für einen Wert an sich halte. Es kommt schon auf den Inhalt…