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Wellen sind wir im großen Meer. Meist nur kurz sichtbar, kaum unterscheidbar von den Nachbarwellen, schnell den Blicken entschwunden. Andere Wellen türmen sich hoch auf, bevor sie brechen und wieder im Ungeteilten verschwinden. Die Welle als Sinnbild des Lebens liegt nahe.

Riesenwellen haben, wo sie auf Widerstände treffen, ein gewaltiges Zerstörungspotenzial – auf offenem Meer wie auch am Ufer. Sie begraben Schiffe, Menschen, Häuser unter sich. Zugleich transportiert jede Welle die Schätze der Tiefe, die sie am Spülsaum ablegt. Auch der unscheinbarste Mensch kann aus großer Tiefe schöpfen. Diese Schätze sammelt jeder für sich, nur ein geringer Teil dient dazu, dem Publikum zu gefallen.

Im flachen Wasser dann die Brandungswellen, die sich noch einmal mit schaumiger Faust aufbäumen, ehe sie mit Getöse in sich zusammenkrachen und auf dem Sand auslaufen. Ein Teil des Wassers läuft zurück ins Meer, der andere Teil verdunstet in der Sonne, wird alsbald zu Regen und stürzt wieder ins Meer hinab. Wasser, Erde, Luft, die verdunstende Kraft des Sonnenfeuers: Das Wasser entfaltet im Zusammenspiel mit den anderen Elementen seine eigentliche Kraft.

Foto: Lutz Meyer

 

Lutz Meyer ist Texter und Autor. Schwerpunktthemen sind Gesundheit, Bauen und Philosophie.

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