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Waldeidechse

Tiere bis unters Dach

Ein Ferienhaus in den westdänischen Dünen ist recht naturnah. Gleich am ersten Abend nervt uns ein Marder mit seinem Gepolter auf dem Dachboden. Mal die Bodenluke öffnen und das Tier höflich bitten, die Nachtruhe nicht länger zu stören? Lieber nicht. Marder können eine erstaunliche Aggressivität an den Tag legen. Der Marder seinerseits scheint unsere Nähe zum Glück auch nicht zu schätzen. Im Morgengrauen des nächsten Tages verschwindet der Poltergeist mit einem finalen Crescendo. Kleine und große Tiere Am nächsten Tag…

Der Fisch stinkt vom Kopf her

Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf her  

Der Fisch stinkt vom Kopf her – das sagt man so, weil die Kiemen eines toten Fisches schneller von Bakterien erreicht und zersetzt werden als der Rest und folglich auch eher zu stinken beginnen. Tatsächlich gemeint ist damit jedoch eine unfähige, Schaden anrichtende Staats- oder Unternehmensführung. In Deutschland stinkt es von Tag zu Tag immer mehr. Deutschland ist ein toter Fisch. Der Fisch an Land Dass Deutschland heute ein toter Fisch ist, liegt ohne Zweifel daran, dass dieses Land sich…

Oberharzer Teiche

Wenn die Wolken baden

Das Wasser ist bräunlich und fühlt sich weich an, fast samtig. Kurz nimmt mir die Kühle den Atem, als ich mich todesmutig in die Fluten stürze. Schnell schwimme ich ein paar kräftige Züge. Mein Körper gewöhnt sich an die Temperatur. Ich schaue mich um: Obwohl es es ein warmer Nachmittag ist, sind die Ufer leer. Nur in der Ferne planscht eine Frau mit ihrem Hund im seichten Wasser. Wir sind also die einzigen Badegäste – und als die beiden später…

Verschwenderische Blütenpracht: Hibiskus

Geiz und Verschwendung im außerökonomischen Sinne

Geiz und Verschwendung lassen sich nicht nur wirtschaftlich deuten. Es gibt den existenziellen Geiz, der selbst an freundlichen Gesten spart, wie es auch die existenzielle Verschwendung gibt. Im Gegensatz zur ökonomischen Verschwendung wollen wir die existenzielle Verschwendung ähnlich der Blütenpracht ausschließlich positiv sehen. Geiz und Verschwendung existenziell Es gibt diese Naturen, denen kaum ein freundliches Wort über die Lippen kommt, die niemals mit etwas aushelfen würden ohne Aussicht auf Erstattung, die auch bei der geringsten ihrer Handlungen stets auf den…

Graue Zellen im Gespräch

Graue Zellen

Graue Zellen – sie waren mir glatt entgangen, als ich hier unlängst ein paar Notizen zur Farbe Grau veröffentlichte. Die grauen Zellen im Gehirn sind eigentlich immer aktiv, sogar nachts. Reden zwei Menschen miteinander, sind sie besonders aktiv. Graue Zellen, vielgestaltiges Leben Ganz gleich, ob es ein philosophisches Gespräch ist, ob es um die Zutaten für das Abendessen geht oder Worte der Liebe gewechselt werden: Die grauen Zellen sind immer hochaktiv, neuronale Feuerwerke brennen ab – man erkennt es äußerlich…

Haselnuss - kurz geröstet, eine wahre Deilkatesse

Die Haselnuss

Die Haselnuss zählt zu den ersten Gehölzen, die Norddeutschland nach der Eiszeit besiedelten haben. Die Nüsse sind wertvolle Energielieferanten und überdies voll mit allerlei Mineralstoffen und Vitaminen. Aus dem Alltag der Jäger- und Sammlergruppen, die das Land durchstreiften, wie auch der ersten Bauern war die Haselnuss kaum wegzudenken. Sie wird ganze Generationen unserer Vorfahren über den Winter gebracht haben – ohne sie wären wir heute vielleicht gar nicht da. Auch auf unserem eher kleinen Grundstück wachsen gleich drei mittlerweile recht…

Wanze

Wanzen

Wanzen sind zweideutig – zum einen handelt es sich um Insekten. Teils sind sie als Schädlinge an Kulturpflanzen, teils als unliebsame Bettgenossen gefürchtet. Zum anderen werden auch Abhörgeräte als Wanzen bezeichnet – wahrscheinlich, weil sie ähnlich klein und unwillkommen sind wie ihre Namensgeber. Und wer sie hat, wird sie so schnell nicht wieder los. Verwanzte Lebensräume früher Die klassische Abhörwanze wurde stets ohne Wissen und Zustimmung der abgehörten Person installiert. In Lampen, hinter Bildern, in Telefonen. In den Lebensraum der…

Heilpflanzen erkennen - die wilde Karde

Heilpflanzen erkennen

  Heilpflanzen erkennen – das geht heute ganz fix per App. Wer sicher sein will, das richtige Kraut anzuwenden, beschafft es sich im Handel. Doch woher stammt dieses Wissen um die heilende Wirkung von Pflanzen ursprünglich? Heilkundige Menschen und Tiere Heilende Kräuter gehören seit Urzeiten zum Überlebenswissen der Menschen. Doch auch Tiere wissen, was gut für sie ist – Bärlauch heißt nicht umsonst so, denn nach Beendigung des Winterschlafs stopfen Bären Unmengen dieser Pflanze in sich hinein. Das hilft ihnen…

Einen Frosch küssen

Einen Frosch küssen

Einen Frosch küssen - kommt es dann wirklich wie im Märchen zu wundersamen Verwandlungen? Diese Frage stellt sich bei uns seit Jahren jeden Sommer. Dann nämlich schaut sich ein Frosch aus einem nahegelegenen Froschtümpel in unseren Garten um und bleibt für ein paar Tage – so als würde er eine Inspektionsreise in sein Revierumfeld unternehmen. Bei uns gibt es zwar keinen Teich, wohl aber allerlei mit Wasser gefüllte Pflanzbottiche und als Vogeltränken dienende Keramikschalen. Doch was hat es mit dem…

Antennen sind wir - immer auf Sendung, immer auf Empfang

Lebende Antennen

Lebende Antennen sind wir – ständig empfangen wir Signale oder senden welche. Dass wir uns dessen nicht immer bewusst sind, ändert nichts an der Tatsache. Die Welt ist voller Antennen Wir senden unentwegt sprachliche Signale und empfangen welche. Doch ein Großteil aller Signale ist nicht-sprachlich: Mimik, Gestik, Töne, Farben, Duftstoffe senden ebenfalls Botschaften. Und nicht nur Menschen senden Botschaften – auch Tiere, Pflanzen, Pilze, Mineralien, Landschaften und Himmelskörper. Die Fühler eines Käfers sind Antennen, ständig auf Sendung und Empfang. Das…