Überspringen zu Hauptinhalt
Minny
Meerschweinchen
1. Von Salzlecksteinen und Meerschweinchen
2. Stein auf Stein …
3. Nachhaltige Meerschweinchenhaltung
4. Alles fürs Tier
5. Schweinige Einzelhaft

Still ist es unserem Meerschweinchen-Gehege geworden. Seitdem unser chronisch krankes Tier Anfang Januar eingeschläfert werden musste (aber nicht wegen des Blasensteins, sondern wegen einer Lungenentzündung) zeigt uns das übrig gebliebene Böckchen täglich, wie schlimm es für ein geselliges Tier ist, alleine zu leben. Anfangs trauerte das Meerschweinchen um seinen gestorbenen Bruder, dann wurde es depressiv. In seiner Verzweiflung freute es sich sogar über menschliche Gesellschaft und fraß nur mit Appetit, wenn ich vor dem Gehege kniete. Bei dem Anblick habe ich mich gefragt, wer jemals auf die bescheuerte Idee gekommen ist, Meerschweinchen alleine zu halten. Als ich ein Kind war, war das noch durchaus üblich: Ein Drahtkäfig, Meerschweinchen rein – und die Kinder hatten einen Spielgefährten.

Minny ist da

Blacky ist dafür überhaupt nicht geeignet. Seine Zeit in Einzelhaft liegt wie ein steiniger Weg vor ihm. Drei Wochen hat er schon geschafft – von insgesamt fünf bis sechs. Dann darf endlich Minny, eine Meerschweinchendame aus dem Tierheim, zu ihm. Da Blacky ein streitbares, dominantes Böckchen ist, habe ich ihn kastrieren lassen. Die Vergesellschaftung mit einem anderen Böckchen als seinem sanftmütigen Bruder, wollte ich ihm und uns nicht zumuten. Deshalb muss er nun die Kastrationsfrist absitzen. Etwas leichter ist es geworden, seitdem Minny vor ein paar Tagen ins Gehege nebenan eingezogen ist. Da alle anderen Meerschweinchen im Tierheim vermittelt worden waren, hätte sie dort wie hier alleine gesessen. Also lieber hier in Sicht- und Hörweite zu Blacky. Seitdem lässt sich gut beobachten, wie sehr die beiden Meerschweinchen aufeinander achten. Blacky wacht tagsüber wie ein kleiner Hund an der Scheibe, die beide Gehege trennt. Und wenn er abends in sein Gehege rüber geht, legt sich Minny so hin, dass sie den nun leeren Platz sieht. Man könnte fast meinen, mit Sehnsucht im Blick. Gibt es Futter, fällt bereits ihr zartes Meerschweinchenstimmchen in sein forderndes Gequieke ein. Ansonsten sind beide für Meerschweinchen auffällig ruhig. Anfangs hatte ich Bedenken, dass es zu viel Stress geben würde, wenn sie sich beobachten, aber nicht zueinander können. Mittlerweile lautet mein Urteil, es ist besser als eine komplette Alleinhaltung, aber längst nicht optimal. Und ich glaube, nicht nur wir, sondern auch die Meerschweinchen werden sehr erleichtert sein, wenn die trennende Scheibe endlich fort ist.

Meerschweinchen
Zwei Schweinchen getrennt

Fotos: Nicole Hein

 

Nicole Hein

Nicole Hein ist freie Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Gesundheit, Steuern, Lebensart & Wohnen.

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

vier × 2 =