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Die Redewendung vom wachsamem Holzauge erschien mir schon immer etwas rätselhaft. Gängige Erklärungen verweisen entweder auf die Herkunft aus dem Schreinerhandwerk (Holzaugen sind Stellen im Holz, aus denen einmal ein Ast aus dem Stamm gewachsen ist – die sind deutlich härter und können die Hobelklinge beschädigen, also muss man wachsam beim Hobeln sein) oder sie beziehen sich auf Astlöcher in Bretterzäunen oder -wänden, durch die das neugierige Auge allerlei erblicken kann, was es eigentlich nicht erblicken sollte.

Auf dem morgendlichen Gang durch den Wald fiel mir nun aber auf, dass es tatsächlich Holzaugen gibt, wie das Beitragsbild unschwer erkennen lässt. Ich fühle mich beobachtet. Und schon wieder werden mir Bäume unheimlich – nun schon zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit.

Foto: Lutz Meyer

Lutz Meyer

Lutz Meyer ist Texter und Autor. Schwerpunktthemen sind Gesundheit, Bauen und Philosophie.

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