Derzeit deuten viele Zeichen in Richtung Kriegsvorbereitung. Deshalb ein paar Gedanke…

Wirtschaftswachstum ist das goldene Kalb, ist der Götze unserer Tage. Ist das Wachstum hoch, wächst der materielle Wohlstand (nicht für alle, aber doch für so viele, dass die Machtsstukturen nicht gefährdet werden). Fällt es aus oder sinkt es gar, ist Krisenstimmung angesagt. Dann müssen Opfer dargebracht werden.
Dieses Wachstum hat negative Seiten. Es führt in seiner heute gewollten Form zu immer mehr Konsum von auch völlig unnützem Zeug und zu immer mehr Müll. Letzteres, weil die Produkte nicht so lange halten, wie sie halten könnten. Schädliche Auswirkungen auf Leben, Natur und Landschaft sieht man derzeit nirgendwo so deutlich wie am Wachstum der Windradindustrie.
Was brauchen wir?
Kürzlich hatten wir eine interessante Diskussion darüber, ob es nicht auch ohne Wachstum ginge. Ob man sich nicht mit dem bescheiden könne, was man braucht. So wie die frühen Jäger und Sammler. Ein Hauch der heute schwer angesagten Degrowth- oder auch Postwachstumsideologie schwang mit.
Meine Meinung dazu war (und ist), dass alles, was in Richtung freiwilliger Verzicht und Askese geht, zwar im privaten Rahmen unter Gleichgesinnten funktionieren kann, aber gesellschaftlich nichts taugt. Selbst im privaten Rahmen kann es schwierig werden, wenn etwa vier Freunde sich das Eigentum an einem Wohnmobil teilen. Früher oder später kommt es zum Zwist.
Manche Menschen wollen von Natur aus eben mehr, sind gieriger und raubtierhafter als andere. Und wer will sich schon gern vorschreiben lassen, was er braucht und was nicht. Was dem einen als überflüssiger Luxus erscheint, ist dem anderen eine Herzensangelegenheit. Das kann dazu führen, dass die Gruppe der Raubtiere irgendwann die friedlichen Nullwachstumsleute plündert, um auf deren Kosten noch mehr zu wachsen.
Die Jäger und Sammler wiederum waren in Zeiten des Jagdglücks wahrscheinlich zufrieden mit dem, was sie hatten. Jagen und Sammeln beanspruchte nur einen geringen Teil ihrer Zeit, nebenbei töpferte man ein paar Vorratsgefäße, flickte Netze und fertigte Jagdgeräte, kochte, häutete, nähte und werkelte an der Hütte. In guten Zeiten konnte man wahrscheinlich schon fast von einer steinzeitlichen Work-Life-Balance sprechen. Harte Winter aber setzten den Jägern und Sammlern arg zu. Da waren die aus dem Südosten eingewanderten ersten Bauern erfolgreicher: Das Wachstum ihrer Pflanzen und ihres Tierbestandes ermöglichte eine deutlich bessere Vorratshaltung und weckte bei den Jägern und Sammlern in der Nachbarschaft wahrscheinlich bald das Verlangen, ebenfalls zu Pflanzern und Tierzüchtern zu werden. Die Idee des Wachstums hat hier ihren Urgrund: Vorräte anlegen für schlechte Zeiten.
Die Wachstumsideologie unserer Tage geht freilich über jedes normale und auch über jedes gesunde Maß an Vorratswirtschaft hinaus. Sie trägt den Keim zu ihrer Zerstörung in sich.
Degrowth und Kommunismus
Die Theorie des Postwachstums beansprucht nicht nur private, sondern globale Geltung und beruht in der Substanz darauf, dass weltweit alle Menschen fair und solidarisch miteinander umgehen. Man hat nur, was man braucht. Und man teilt, was man hat. Aus anthropologischer Sicht ist das reines Wunschdenken. Schon in kleinen Gruppen ist derlei kaum anzutreffen. Erst recht nicht in urban geprägten, anonymen Gesellschaften.
Das wissen natürlich auch die Degrowth-Apologeten. Weshalb sie auf Erziehung und Schulung setzen: Den Leuten soll vermittelt werden, dass Degrowth gut ist, alternativlos und super funktioniert. Nun ist es aber so, dass jede Erziehung, die gegen anthropologische Grundkostanten verstößt, sich früher oder später in einem so offensichtlichen Widerspruch zur Realität befindet, dass sie sich zum Gespött macht. So etwas ist zum Scheitern verurteilt.
Auch das wissen die Hardcore-Degrowther. Weshalb sie bei ihren Erziehungsbemühungen gern noch einen drauflegen: Wer sich nicht erziehen lassen will, wer gar zum Widerstand gegen so eine Ideologie aufruft, kommt in ein Umerziehungslager. Der Schritt zum Totalitarismus ist schnell getan. Degrowth ist nichts anderes als grün-ökologisch lackierter Kommunismus – fernab jeder Realität und in der Konsequenz der Machterhaltung gewalttätig bis zum Exzess.
Wer sich für ökologische Fragen und Wachstumsbegrenzung aus dezidiert nichtlinker Sicht interessiert, dem seit das Magazin „Die Kehre“ empfohlen.
Foto: Lutz Meyer