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KI versus Kreativität

Alle Welt redet von der KI und nutzt sie. Nicht zuletzt auch im Bereich der Kreativität. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte aller Inhalte z. B. auf Instagram KI-generiert sind, also Fotos, Videos, Textinhalte und wahrscheinlich sogar die zugehörigen Accounts selbst. KI kann nicht nur analysieren, sie kann auch emotional wirksame Inhalte erzeugen. Wo bleibt da der Mensch, wo das Menschliche? Was kann die KI, was der Mensch nicht kann?

Was die KI selbst meint

Ich rede hier vereinfachend von „der KI“. Mir ist bewusst, dass es zahlreiche künstliche Intelligenzen gibt mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dennoch eint sie alle das Prinzip, dass die sie formende Intelligenz eben keine natürliche, sondern eine künstlich erschaffene ist. Will man ein Gegenüber verstehen, befragt man es am besten selbst. Genau das habe ich heute getan. Meine Frage an „die KI“ war recht simpel. Sie lautete:  „Was kann der Mensch, was KI nicht kann?“ und zielte auf die Gegenüberstellung KI versus Kreativität ab. Die Antworten der KI waren durchaus erwartbar. Bermerkenswert ist die Einschränkung, dass diese Antworten sich auf die Gegenwart beziehen – ein gewisses Entwicklungspotenzial ist aus Sicht der KI also durchaus möglich. Nun zu den Antworten der KI – ich gebe sie unverändert wieder:

Der Mensch besitzt Fähigkeiten, die auf Bewusstsein, echter Empathie und kontextuellem Verständnis beruhen – Bereiche, in denen Künstliche Intelligenz (KI) auch im Jahr 2026 an ihre Grenzen stößt. Während KI exzellent darin ist, riesige Datenmengen zu analysieren und Muster zu erkennen, fehlt ihr die Fähigkeit zum „echten“ Denken und Fühlen. 

Hier sind die wesentlichen Bereiche, in denen Menschen KI überlegen sind:

  • Echte emotionale Intelligenz und Empathie: KI kann Emotionen durch Analyse von Mimik oder Wortwahl simulieren oder erkennen, aber nicht wirklich fühlen oder verstehen. Menschen können in sozialen Interaktionen Nuancen erfassen und empathisch reagieren, was besonders in der Pflege, Pädagogik oder Führung essenziell ist.
  • Ethisches Urteilsvermögen und Verantwortung: KI trifft Entscheidungen basierend auf Wahrscheinlichkeiten und Daten, nicht auf Werten. Die Bewertung, ob eine Handlung moralisch vertretbar ist oder welche sozialen Konsequenzen sie hat, liegt weiterhin beim Menschen.
  • Kreativität und „Out-of-the-box“-Denken: KI generiert Ergebnisse basierend auf Trainingsdaten, ist also in ihrem Rahmen limitiert. Wahre Innovation, das Verknüpfen von völlig unterschiedlichen Ideen oder das Schaffen von etwas völlig Neuem – außerhalb bekannter Muster – bleibt eine menschliche Domäne.
  • Verständnis von Kontext und gesundem Menschenverstand: KI stolpert oft, wenn Situationen neu sind oder nicht in den Trainingsdaten vorkommen. Menschen können sich extrem schnell an neue Umgebungen anpassen und Situationen einordnen, die keine klaren Regeln haben.
  • Kritisches Denken und Sinnhaftigkeit: Nach der Generierung von Ergebnissen durch KI ist es der Mensch, der bewertet, ob der Output sinnvoll, logisch oder wahr ist. KI halluziniert – das bedeutet, sie erfindet Informationen, besonders wenn sie keine klare Antwort in ihren Daten findet. 
  • Zusammenfassend: KI ist ein mächtiges Werkzeug, das Routineaufgaben übernimmt, aber die kritische Bewertung, Empathie und schöpferische Intelligenz bleiben laut aktuellen Prognosen für 2026 menschliche Kernkompetenzen

Besser mit Kunst

Damit die von der KI aufgezählten „menschlichen Kernkompetenzen“ erhalten bleiben, haben wir „Besser mit Kunst“ entwickelt. Hier geht es nicht darum, KI grundsätzlich auszugrenzen. Warum sollte man die Fertigkeiten der KI nicht für Routinen nutzen? Solange man nicht alles kritiklos glaubt, was einem vorgesetzt wird, ist das völlig in Ordnung. Und solange man niemals aufhört, am eigenständigen Denken und an echter Schaffenskraft zu arbeiten: besser-mit-kunst.de 

Foto: Lutz Meyer

Lutz Meyer ist Texter und Autor. Schwerpunktthemen sind Gesundheit, Bauen und Philosophie.