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Der Krieg Und Ich

Wir stolpern immer wieder über die Geschichte. Warum sind im Wald Überreste von Bunkern und in der Stadt ein Gefallenendenkmal oder Stolpersteine? Was ist das für eine Uniform, die der Urgroßvater auf dem Bild trägt und warum ist der Großvater nicht bei seinen Eltern aufgewachsen? Diese und ähnliche Fragen stellen meine Kinder immer wieder. Nur das Erklären fällt mir nicht immer leicht. Denn wie erklärt man einen Krieg, der vor rund 74 Jahren geendet hat und den man selbst nur vom Hörensagen kennt?

Kinder im Zweiten Weltkrieg

Auf dem Fernsehsender KIKA läuft derzeit die Serie „Der Krieg und ich“. In acht Episoden berichten Kinder, wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Jede ist 25 Minuten lang und setzt sich aus mehreren gestalterischen Ebenen zusammen: Schwarz-weißes Archivmaterial und eine detailreiche Modellwelt ergänzen die einzelnen Drama-Geschichten. Diese handeln von Kindern aus Deutschland, Norwegen, Frankreich, Großbritannien, Polen, Russland und der Tschechischen Republik. Da ist beispielsweise der 10-jährige Anton, der unbedingt der Hitlerjugend beitreten möchte oder der 15-jährige Calum, der sich nicht vorstellen kann, dass ausgerechnet in seiner schottischen Heimatstadt Bomben fallen. Die einzelnen Charaktere sind ausgedacht, dennoch hätte jeder einzelne von ihnen genau so während des Zweiten Weltkrieges leben können.

Über den Krieg reden

Nachdem ich vier Episoden mit meinen Kindern geschaut habe, lautet mein Urteil: „Daumen rauf“. Die Serie erklärt meinen Jungs anschaulicher die Geschehnisse von 1938 bis 1945 als ich es könnte. Außerdem macht sie das so einfühlsam, dass die Kinder nicht überfordert werden. Empfohlenes Alter ist ab acht Jahren – was meiner Meinung nach gut gewählt ist. Einzig die Sendezeit ist noch etwas problematisch. Die Serie läuft auf KIKA samstags und sonntags ab 20 Uhr. Meine Kinder haben danach so viele Fragen und enormen Redebedarf, dass wir die Folgen lieber nachmittags online gucken.

Wer reinschauen möchte, es gibt eine extra Homepage zur Serie mit Zusatzmaterial:

https://www.kindernetz.de/derkriegundich/-/id=481152/109ys6j/index.html

 

Foto: Nicole Hein

Nicole Hein

Nicole Hein ist freie Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Gesundheit, Steuern, Lebensart & Wohnen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Niemals würde ich so etwas meinen Kindern zumuten. Was heute passiert , reicht an Grausamkeit . Sollen wirklich immer mehr Generationen mit so einem Mist belastet werden ? Gar schuldig fühlen . Irgendwann hört es auf .

  2. Wenn ich mit meinen Kindern über die Geschichte spreche, hat das nichts mit Schuld zu tun. Ich möchte ihnen verdeutlichen, wie es zu den Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs kommen konnte. Nur wenn die Erinnerung daran lebendig bleibt, kann verhindert werden, dass sich die Geschichte wiederholt. Gerade in Zeiten wie diesen.

    Davon abgesehen: Haben Sie die Episoden geschaut? In den vier Folgen, die ich bisher gesehen habe, ging es nicht um eine Schuldfrage der Deutschen. Zum Beispiel wurden dem Bombardement Großbritanniens Bilder vom zerbombten Deutschland gegenübergestellt.

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