Unweit von Hvide Sande steht dieses Leuchtfeuer. Wie ein bleicher Knochen ragt…

Anhand des derzeitigen thematischen Schwerpunktes auf diesem Blog merkt man, dass ich gerade mal wieder in Dänemark war. Und weil die dänische Westküste außer Dünen, Strand und Nordsee erfreulich wenig zu bieten hat (zumal im März), erscheinen auch banale Dinge als etwas Bemerkenswertes. So wie diese merkwürde, ein wenig an moderne Kunst erinnernde Konstruktion aus Schwemmholz, die ich sofort als Zeichen zu lesen versuchte.
Prototyp eines frühen Observatoriums
Ich ging kurz nach Sonnenaufgang den Strand entlang, blickte kurz Richtung Dünen – und sah, wie die Sonne im Schnittpunkt angeschwemmter und dann aufgestellter Baumstämme durch ein fast herzförmiges Loch schien. Das würde exakt zu diesem Zeitpunkt nur einmal der Fall sein. Nämlich jetzt.
Ich überlegte kurz, ob frühe, nacheiszeitliche Menschengruppen vielleicht ähnliche Überlegungen angestellt haben mochten. Und aus spielerisch entstandener Bobachtung dann vielleicht eine Systematik der Beobachtung entwickelten, denen wiederum sich Überlegungen anschlossen zum jahreszeitlichen Gang der Sonne. Spätere Anlagen wie die in Goseck oder Pömmelte könnten also hier ihren Ausgang gehabt haben. Etwas weit hergeholt? Mag sein.
Was man aber auf jeden Fall festhalten kann: Stelle einfach irgendwo etwas auf. Und warte dann auf denjenigen, der es als Zeichen sieht und sich an seine Deutung macht. Genau so arbeitet unser Geist.
Foto: Lutz Meyer