Bei Hölderlin heißt es: Brot ist der Erde Frucht, doch ists vom…

Diesen prächtigen Mühlstein sah ich im Freilichtmuseum Cloppenburg. Mich beeindruckt nicht nur die Größe. Die Rillen auf der rauhen Mahlfläche fügen sich zum Bild einer Blüte, das Ganze erinnert an ein Sonnenrad.
Auch im Ruhezustand strahlt der Mühlstein eine starke Dynamik aus – die mahlende Bewegung ist im Augenblick erfasst. Durch das sogenannte Auge in der Mitte (je nach Landschaft auch Schluckloch genannt) fließt das Korn hinein.
Die Sonnensymbolik steht für das, was das Getreide hat wachsen lassen: das Licht des Himmels. Noch einmal die Zeile aus Hölderlins Gedicht „Brod und Wein“ (ca. 1800/1801):
Brot ist der Erde Frucht, doch ists vom Lichte geseegnet
Foto: Lutz Meyer