Lustig oder zumindest doch bemerkenswert, wie viele Autoren, Coaches, Berater, Therapeuten usw…

Dieses prächtige Exemplar eines Fliegenpilzes sahen wir gerade am Grafensteiner See. Seine Kappe war nicht Rotkäppchenrot, sondern hatte einen leichten Stich ins Bronzefarbene.
Der Fliegenpilz verhilft bekanntlich Schamanen zu ihren rituellen Geistreisen in die Geisterwelt. Aus schamanischer Sicht sind diese Reisen höchst real.
Aus westlicher Sicht handelt es sich um einen durch Rauschmittel veränderten Bewusstseinszustand – d.h. die Reise wird zwar als real erlebt, ist es aber objektiv nicht. Was der Reisende sieht, ist ähnlich der Einbildung, dem Traum, der Phantasie etwas nur im Geiste Erlebtes.
Aber wieso eigentlich „nur“? Was, wenn die wirklich entscheidenden Dinge sich immer „nur“ im Geist vollziehen, also ausschließlich dort? Übrig bliebe dann die seit jeher etwas hochnäsig wirkende Aufgeklärtheit des Westens, darüber entscheiden zu wollen, was real ist und was nicht.
Auch der Glaube an die Überlegenheit der westlichen Wissenschaftlichkeit ist letztlich ein Glaube. Man spricht nicht umsonst von Wissenschaftsgläubigkeit („Trust the science“ und „Follow the science“ sind die Kurzformeln wissenschaftlicher Dogmatik und spiegeln das, was jede religiöse Heilslehre auch verlangt). Auffälligstes Merkmal der Wissenschaftsgläubigkeit ist ihre Anfälligkeit für den Wechsel der Glaubenssätze – was heute als wissenschaftlicher Standard gilt, wird morgen überholt sein.
Foto: Lutz Meyer