Heute dominiert die Pharma-Industrie unsere Gesundheit – und zwar auf eine äußerst…

Ein Anblick tierischen Behagens, das sofort auf mich als Betrachter übergeht: Eine Katze in der Spätsommersonne, ein Ausdruck vollkommener Entspannung und tiefen Ich-sich-Ruhens. Nicht mehr lange, dann kommen der erste Bodenfrost, Nebeltage, regenreicher Westwind, Graupelschauer. Die Katze sucht sich dann andere Orte: Auf dem Sofa oder am Kaminfeuer. Das Behagen bleibt.
Dem Menschen ist diese tiefe Gelassenheit nicht gegeben. Und kommt er diesem Zustand doch einmal nahe, wird er bald wieder aufgescheucht – Unbehagen statt Behagen, Unruhe statt Ruhe ist eines der großen Themen unserer Zeit. Dafür sind nicht nur die unvermeidlichen Wechselfälle des Lebens verantwortlich.
Was haben wir? Eine mutwillig aus den Fugen gebrachte Außenwelt, die ohne Unterlass Unruhe erzeugt: Inszenierte Panik-Kampagnen (Viren, Klima, Russen – beliebig fortzusetzen) und ein forcierter, disruptiver Technologie-Wandel tragen das Grundgefühl von Unsicherheit ins Leben. Dieses Lebensgefühl geht durch alle Generationen. Nur die medial Dauersedierten mögen davon unberührt bleiben. Wo noch die Ruhe finden, aus der bekanntlich die Kraft wächst?
Vielleicht sollte man sich eine Katze halten. Oder besser noch selbst zur Katze werden. Zu einer Großkatze. Einer Großkatze vom Schlag eines Säbelzahntigers.
Foto: Lutz Meyer