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In der bei Laer gelegenen Altenburg, einer großen Ringwallanlage aus der Völkerwanderungszeit, wächst jetzt der Bärlauch. Zwischen den aus Bruchsteinen des hier noch anstehenden Baumberger Sandsteins geformten Wällen erstrecken sich Ende März weite Felder frühlingsfrischer Bärlauchblätter. Schon von fern nimmt die Nase die Witterung der leicht nach Zwiebeln und Knoblauch duftenden Pflanze auf. Die Bestände sind oft so ausgedehnt, dass einer Ernte in haushaltsüblicher Menge nichts entgegensteht. Hier zwei unserer bevorzugten Formen der Weiterverarbeitung.

 

Bärlauchpesto für drei bis vier Personen

  • Ca. drei gute Handvoll Bärlauchblätter unter fließendem Wasser waschen.
  • Zusammen mit einem Brocken Parmesan (ca. 70 g), ein bis zwei Handvoll Cashewbruch (oder Pinienkernen, frisch geröstet oder ungeröstet) sowie einem TL Meersalz und einem guten Schuss Olivenöl in den Mixer geben und fein zerkleinern.
  • Je nach Geschmack mit etwas Zitronensaft und einem Esslöffel Honig abrunden.

Da insbesondere der junge Bärlauch eine feine natürliche Schärfe mitbringt, kann auf die Zugabe von Pfeffer verzichtet werden. Frisch zubereitet zu Spaghetti genießen – oder zu Pellkartoffeln. Lässt sich in Schraubverschlussgläsern auch eine Weile im Kühlschrank aufbewahren, sofern gut mit Öl bedeckt.

 

Bärlauchbutter

  • Ca. zwei Handvoll Bärlauchblätter unter fließendem Wasser waschen und mit 250 g Butter unter Zugabe von etwas Meersalz im Mixer zerkleinern.

Frisch auf Brot oder zu Nudeln oder Pellkartoffeln genießen. Lässt sich sehr gut einfrieren.

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Erntezeit: Die Erntesaison beginnt meist Mitte März und endet einige Wochen später, wenn der Bärlauch zu blühen beginnt. Ab dann verlieren die Blätter schnell an Aroma.

Standorte: Auf mäßig feuchten bis feuchten kalkreichen Böden. Bevorzugt geschützte Lagen. Oft in Buchenwäldern und dort, wo auch das Buschwindröschen wächst. Im Norden Deutschlands seltener.

Verwechslungsgefahr: Bärlauchblätter können von der Form her mit den Blättern des Maiglöckchens, den im Frühling austreibenden Blättern der Herbstzeitlose sowie den Blättern des Gefleckten Aaronstabs verwechselt werden. Diese drei Pflanzen sind sehr giftig. Wer sich unsicher ist, lässt die Finger vom Bärlauchsammeln – oder nimmt eine Duftprobe: zwischen den Fingern zerrieben, gibt nur der Bärlauch den charakteristischen Knoblauchduft ab.

Hier kommt der Kieferorthopäde zu spät: Vom Sturm entwurzelte Kiefer auf dem Laerer Ringwall – man sieht deutlich den Bruchsteinaufbau der die Bärlauchbestände umgebenden Wallanlage

Fotos: Lutz Meyer

Lutz Meyer

Lutz Meyer ist Texter und Autor. Schwerpunktthemen sind Gesundheit, Bauen und Philosophie.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Die Bärlauch-Butter klingt lecker. Das Rezept werde ich ausprobieren. Eine Frage habe ich aber noch: Kann man auch die Pflanzen einfrieren, wenn man zu viel gepflückt hat?

    1. Bärlauch lässt sich problemlos einfrieren – vorher aber bitte waschen und trockentupfen. Man kann die Blätter im Ganzen, grob zerkleinert oder auch püriert einfrieren. Will man öfter mal kleinere Portionen entnehmen, kann man das Bärlauchpüree im Eiswürfelbereiter portionieren.

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