Was macht man mit einer zerbrochenen Tasse? Entweder wirft man sie in…

Der eine kann seine Klappe nicht halten, der andere kommt nicht zu Wort. Nicht wenige Gespräche verlaufen nach diesem Muster. Der Gewinn für beide Seiten fällt bescheiden aus: Der Dauerredner konnte das, was er mitzuteilen hoffte, nicht mitteilen, weil sein Gegenüber bereits nach den ersten drei Sätzen dicht gemacht hatte.
Man findet dieses Kommunikationsmuster im Geschäftlichen wie im Privaten und natürlich auch in Talkshows sowie in der Politik. Dort sogar ganz besonders. In der Folge nimmt das Desinteresse der Bevölkerung an den offiziellen Verlautbarungen ebenso rapide zu wie das Restvertrauen in die Politik und die sogenannten Qualitätsmedien schwindet. Das bleibt dort natürlich nicht unbemerkt, weswegen man in einen hektischen, nervösen und hochemotionalen Dauerquasselmodus verfällt, der dann noch weniger gehört wird. Aufmerksam zuhören würde man als Adressat nur, wenn diese elementaren Voraussetzungen erfüllt sind:
Ehrlichkeit – man redet ungeschönt über die Tatsachen und belügt sein Gegenüber nicht. Es gibt keine Tabus und was muss, das muss.
Authentizität – mehr Sein als Schein, also Persönlichkeit statt Persona.
Fokussierung – man konzentriert sich auf das Thema und schafft nicht dauernd Ablenkungen.
Rationalität – Gefühle dürfen sein, aber in einem sachbezogenen Diskurs sind sie allenfalls Zaungäste. Im Diskurs müssen die Prämissen ebenso stimmen wie die Schlussfolgerungen.
Zuhören – man hört dem Gesprächspartner aufmerksam zu, dreht ihm nicht in manipulativer Absicht das Wort im Munde herum und „ordnet“ ihn auch nicht sogleich ein. Erst recht beschimpft man ihn nicht, wenn er eine abweichende Meinung hat.
Konsequenz – es darf nicht beim Reden bleiben, Taten müssen folgen. Taten, die dem Gesagten entsprechen.
Foto: Lutz Meyer