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Heute mal was wieder Kulinarisches. Wie auch sonst im Leben schätze ich Genuss bei relativ geringem Aufwand. Die Freude am Essen muss also nicht unbedingt mit komplizierter Vorbereitung einhergehen. Denke ich an die Sonntagsessen meiner Kindheit oder an das, was auch heute noch als sogenannte gutbürgerliche Küche (zu unterscheiden von der gutmenschlichen Küche) gilt, dann standen bzw. stehen neben Fleisch oder Fisch mindestens drei weitere Schüsseln auf dem Tisch: Kartoffeln, Nudeln oder Reis (sogenannte Sättigungsbeilagen) sowie Gemüse und Sauce. Das ließ sich beliebig erweitern. Verbunden war das mit einigem Aufwand in der Küche.

Der Eintopf, der – wie der Name schon sagt – bei der Zubereitung mit nur einem einzigen Topf auskommt, gilt demgegenüber als bescheidenes Alltagsgericht. Dabei gibt es ungeheuer aromenreiche und leckere Eintöpfe wie ein gekonnt zubereites Chili con carne oder ein deftiges Jambalaya aus der Cajun-Küche. Mein Favorit bei der Zubereitung mit nur einem Kochgeschirr aber sind Bratenpfanne oder Backblech.

Aromen aus dem Backofen

Der Backofen ist nicht nur für Kuchen, Kekse und Pizza gut. Herrliche Fisch- und Fleischgerichte oder auch reine Gemüsegerichte lassen sich darin  ebenfalls perfekt zubereiten. Entscheidend für das Gelingen sind auch die weiteren Zutaten, also verschiedene Gemüsesorten, Kartoffeln vielleicht, ein gutes Olivenöl, reichlich Kräuter und Gewürze. Hier sollte man weder an der Qualität noch an der Phantasie geizen.

Rezepte sind überflüssig – hat man sich für die Hauptzutat entscheiden wie hier die Schenkel vom Freilandhähnchen, ergibt sich alles Weitere aus den persönlichen Würzvorlieben. Eine solche Zubereitung ist ebenso einfach und zeitsparend wie überzeugend im Ergebnis. Nur einen Fehler darf man nicht machen: Eine zu hohe Temperatureinstellung zu wählen. Dann verbrennt die Oberfläche ehe das Innere gar ist. Die Garzeit ist übrigens bei allem, was man da so machen kann, annähernd gleich: Zwischen 20 und 30 Minuten bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen lassen Kartoffeln, Rote Bete, Sellerie und Pastinaken ebenso gar werden wie die Hähnchenschenkel oder den Saibling.

 

Foto: Lutz Meyer

Lutz Meyer ist Philosoph und Autor. Sein wichtigstes Thema: die Lebenskunst. Mehr hierzu auf besser-mit-kunst.de Auch interessant: wort-und-bogen-de