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Im Freilichtmuseum Cloppenburg erinnert ein aufgestellter Sarg ebenso an das traditionelle Bestatterhandwerk wie an die Endlichkeit des Lebens. Doch mich sprang bei diesem Anblick etwas ganz anderes an: Das pure Leben.

Die Urfom

Die Grundform des Sarges taucht im menschlichen Leben in vielerlei Bezügen auf. Es ist der aus Holz gefertigte Kasten. Ein Kasten bedeutet Sicherheit, Schutz. Es fängt mit der Wiege an, dann das Bett, die Truhe, das Boot, der Karren und endlich auch der letzte Kasten. Die Urform variiert: nimmt sie eine runde Form an, wird sie Schale und Schüssel. Gewinnt sie an Größe und innerer Struktur, haben wir das Haus.

In der menschlichen Frühgeschichte fertigte man die zeitweise üblichen Baumsärge nicht aus Brettern, sondern höhlte einen Baumstamm aus. Dem ausgehöhlten Baumstamm begegnen wir in Form des Einbaum-Bootes wieder, mit dem bereits die frühen Jäger, Fischer und Sammler unterwegs waren.

 

Foto: Lutz Meyer

Lutz Meyer ist Philosoph und Autor. Sein wichtigstes Thema: die Lebenskunst. Mehr hierzu auf besser-mit-kunst.de Auch interessant: wort-und-bogen-de